Die Schufa Holding AG

Die Schufa Holding AG ist die bekannteste Auskunftei Deutschlands – und aufgrund des großen Wirkungskreises auch die berüchtigste.

Lesen Sie hier:

  • So verbessern Sie Ihren Score bei der Schufa
  • Dies sollten Sie tun, wenn der Schufa-Score falsch ist
  • So löschen Sie einen falschen Eintrag 


Schufa Holding AG

1. Die Schufa

Die Wirtschaftsauskunftei hat ihren Sitz in Wiesbaden. Ihr wichtigstes Aufgabengebiet besteht darin, Vertragspartner mit Informationen zur Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Privatpersonen zu versorgen. Dazu verfügt das Unternehmen über einen entsprechend großen Bestand an Daten, welcher derzeit aus rund 813 Millionen Einzeldaten zu 67,2 Millionen natürlichen Personen besteht (Stand: 2018). Pro Jahr erreichen die Schufa etwa 140 Millionen Anfragen, die u. a. von Banken und Kreditinstituten in Auftrag gegeben werden, um die Bonität ihrer Kunden abzufragen.

Der Datenbestand, auf den die Schufa zurückgreifen kann, wird von dieser nur teilweise selbst erhoben. Ein großer Teil stammt von externen Systemen wie beispielsweise vom Verein zur Führung einer Zentralstelle für Kreditinformationen oder von den Banken selbst. Bevor es jedoch zu einem Transfer der Daten von Dritten kommt, ist stets die Einwilligung des Kunden nötig. Diese gibt er meist im Rahmen des Vertragsabschlusses. Jene Daten, die sich die Schufa selbst beschafft, stammen in der Regel von Amtsgerichten und Schuldnerverzeichnissen.


2. Der Basisscore der Schufa

Auskunftei SchufaDie Aufgabe der Schufa besteht jedoch nicht allein darin, Auskünfte zu erteilen. Indirekt damit verbunden ist auch das Ziel, sowohl Kunden vor der Verschuldung als auch Banken vor Kreditausfällen zu schützen. Auf Basis der gesammelten Daten ermittelt die Schufa den sogenannten Basis-Score, der zwischen 0 % und 100 % liegen kann. Je höher dieser Score bzw. die damit verbundene Punktzahl ist, desto besser ist es um die Kreditwürdigkeit des Kunden bestellt – so zumindest die Theorie.

Der Basis-Score ist zudem auch ein Indikator für die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls. Liegt er zu niedrig, kann die Bank dem Antragsteller einen Kredit versagen. Studien haben gezeigt, dass der Basisscore von Personen, die sich in einem Insolvenzverfahren befinden, im Schnitt bei 5 % liegt. Wurde die Restschuldbefreiung erzielt, steigt der Score auf durchschnittlich 29 % an.

Die Schufa-Scores werden täglich neu berechnet und seit dem Jahr 1997 durch sog. Branchenscores ergänzt. So gibt es beispielsweise Schufa-Scores für Handel, Banken, Freiberufler und Telekommunikationsunternehmen.


2.1 Die Einflussfaktoren des Basisscore

Das genaue Verfahren zur Ermittlung des Basisscore hält die Schufa zwar geheim, allerdings sind einzelne Faktoren bekannt, die Einfluss auf den Score haben können. So sinkt der Schufa-Score, wenn ein Kreditgeschäft geplatzt ist oder es zu Unregelmäßigkeiten bei Zahlungsvorgängen kommt. Wie sensibel der Schufa-Score tatsächlich reagiert, zeigt sich bei der Beantragung von Kreditkarten. Besitzer mehrerer Kreditkarten führen auch entsprechend viele Kreditkartenkonten, was ihnen mehr Möglichkeiten einer Überziehung einräumt.

Verlässlichkeit gefragt!

Wer mehrere Kreditkarten besitzt, riskiert einen Malus beim Basisscore. Positiv auf die Bewertung wirkt sich hingegen aus, wenn keines der Konten dauerhaft überzogen wird oder nur eine der Kreditkarten regelmäßig benutzt wird. Die Schufa geht dann von einer gewissen Stetigkeit bzw. Verlässlichkeit aus, was dem Basisscore zugutekommt. Karteninhaber tun also gut daran, nicht bei jeder günstigen Gelegenheit eine neue Kreditkarte in Auftrag zu geben, um in den Genuss von Boni oder Rabatten kommen zu können, da sich dieser Neuerwerb an anderer Stelle eher negativ auswirken kann. Das gilt übrigens schon für eine Anfrage, denn diese wird über bis zu 12 Monate hinweg gespeichert.

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Ähnlich sieht es auch bei Girokonten aus: Wer davon mehrere besitzt, riskiert ebenfalls negative Auswirkungen auf den eigenen Basisscore. Auch Anfragen bei Banken wegen Krediten werden von der Schufa stets gespeichert, nach spätestens 12 Monaten aber wieder gelöscht. Kredite, die komplett vom Kreditnehmer getilgt wurden, werden drei Jahre nach Zahlung der letzten Rate gelöscht. Dieselbe Frist gilt auch für Einträge, die wegen ausbleibender, unvollständiger oder nicht fristgerechter Zahlungen vorgenommen wurden. Voraussetzung für eine Löschung ist natürlich, dass diese Schulden zwischenzeitlich auch beglichen wurden, da sich die Frist sonst auf vier Jahre verlängert.

3. Auskunft bei der Schufa

Auskunftei SchufaWer nun in Erfahrung bringen möchte, wie es um den eigenen Basisscore bestellt ist, kann einmal im Jahr eine Schufa-Auskunft anfordern. Dazu registrieren sich Nutzer einfach auf der Webseite der Schufa Holding AG unter www.meineSchufa.de. Von hier aus können sie dann Bonitätsauskünfte Dritter und eine eigene Datenübersicht in Auftrag geben. Dabei ist zu beachten, dass die Bonitätsauskunft mit Kosten verbunden ist.

Laut §34 des Bundesdatenschutzgesetzes ist jeder Verbraucher dazu berechtigt, einmal im Jahr eine kostenlose Datenübersicht anzufordern – s. a. Schufa-Auskunft kostenlos anfordern. Das hat den einfachen Hintergrund, dass jeder Verbraucher dazu in der Lage sein soll, die über ihn gespeicherten Informationen einsehen zu können. Die Datenübersicht enthält die Art der Einträge, ihre Herkunft und gegebenenfalls die Adressaten, an die sie weitergeleitet wurden. Darüber hinaus können Verbraucher hier auch in Erfahrung bringen, wann die Löschung der einzelnen Einträge erfolgen wird.



Die Datenübersicht sollte jedoch nicht mit der Bonitätsauskunft verwechselt werden. Diese Auskünfte betreffen nicht den Verbraucher selbst, sondern Dritte und enthalten deshalb sensible Daten, die nicht weitergegeben werden dürfen. Darüber hinaus bietet die Schufa noch weitere Servicepakete wie beispielsweise Unternehmensauskünfte und Identitätsschutz an. Die Bonitätsauskunft kann sowohl online auf der Webseite als auch telefonisch und schriftlich erteilt werden. Diese Leistungen sind in erster Linie für Personen gedacht, die jederzeit Zugriff auf bestimmte Daten benötigen. Die Kosten für diese Leistungen liegen zwischen 3,95 Euro und 6,95 Euro pro Monat. Für die Anmeldung auf dem Portal wird einmalig eine Gebühr von 9,95 Euro fällig.

4. Schufa-Eintrag löschen

Auch die Schufa Holding AG ist nicht frei von Fehlern. So kann es kommen, dass einem Verbraucher ein Eintrag auffällt, den er zunächst für nicht gerechtfertigt hält. Wenn es in diesem Zusammenhang um geringere Summen von bis zu 2.000 Euro geht, können Verbraucher eine Löschung des Schufa-Eintrages beantragen. Dabei wird von der Schufa jedoch vorausgesetzt, dass es sich dabei auf eine nicht titulierte Forderung wie beispielsweise eine Zwangsvollstreckung handelt und der Betrag binnen sechs Wochen vollumfänglich beglichen wurde.

Bei Schufa-Fehler selbst aktiv werden

Sollte die Datenauskunft Einträge zutage fördern, die wegen abgelaufener Fristen schon längst hätten gelöscht werden sollen, ist es auch in diesem Fall möglich, dessen Löschung zu beantragen. Die Schufa sollte dann so bald wie möglich kontaktiert werden, da solche Einträge sonst andere Vorhaben behindern könnten. Dazu zählen beispielsweise die Aufnahme eines Kredites oder das Anmieten einer neuen Wohnung. Die Schufa hält dann Rücksprache mit dem betreffenden Unternehmen bzw. der Bank, um den Sachverhalt zu klären. Manchmal ist es dabei auch nötig, dass der Antragsteller selbst nachweisen muss, dass keinerlei offene Forderungen mehr bestehen und der Eintrag damit hinfällig ist.