So erhalten Sie eine Schufa-Auskunft

Welche Daten hat die Schufa eigentlich von mir gespeichert? Spätestens bei einer größeren Anschaffung, die über einen Kredit finanziert werden soll, wird diese Frage für Verbraucher wichtig. Denn die Banken fragen verschiedene Daten bei Deutschlands größter Auskunftei ab, wenn es um eine Finanzierung geht. Und diese Daten können Einfluss auf den Kreditwunsch haben.

Schufa-Auskunft

1. Bürgerrecht: Schufa-Auskunft kostenlos

Nicht nur Banken dürfen eine Schufa-Auskunft einholen, sondern auch die betroffenen Personen selbst. Jeder Verbraucher, der einen Eintrag bei der Auskunftei hat, hat ein Recht zu erfahren, was zur eigenen Person gespeichert wurde und auch, welcher Schufa-Score sich daraus ergibt. Denn dieser Score ist für Banken bei der Vergabe von Krediten entscheidend. Lesen Sie auch den Beitrag Schufa-Auskunft kostenlos beantragen.

1.2 Schufa-Auskunft gesetzlich geregelt

Die Schufa ist gesetzlich dazu verpflichtet, einmal im Jahr eine Schufa-Auskunft kostenlos zu erteilen (Art. 15 DSGVO). Sollten dabei fehlerhafte Angaben zutage treten, ist die Auskunftei auch dazu verpflichtet, diese umgehend zu korrigieren.

Wie umfassend die Datenbestände der Schufa sind, lässt sich schon anhand weniger Zahlen belegen: Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen zu mehr als 67 Millionen Bürgern Daten gespeichert. Den Verbraucher muss sie dazu übrigens nicht befragen. Möchten jedoch Unternehmen wie z. B. Banken darauf zurückgreifen, müssen sie den Kunden um ihr Einverständnis bitten. Weigert sich der Kunde beispielsweise im Rahmen einer Kreditbeantragung, der Bank die Erlaubnis dazu zu erteilen, wird ihm die Bank den Kredit in den meisten Fällen versagen.



2. Welche Daten sammelt die Schufa?

Die privatwirtschaftlich organisierte Auskunftei wurde bereits 1927 gegründet. Schufa stand früher für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung und war ein eingetragener Verein. Heute erhält die Schufa Holding AG ihre Daten von mehr als 9.000 Vertragspartnern, die im Gegenzug dazu berechtigt sind, selber auf den Datenbestand zurückgreifen zu dürfen. Dazu gehören übrigens nicht nur Banken, sondern auch Sparkassen, Leasingunternehmen, Energieversorger, Telekommunikationsdienstleister, Versandhändler und Vermieter. Grund genug also für jeden Bürger, den eigenen Schufa-Score und die über ihn gespeicherten Daten im Auge zu behalten und regelmäßig die Schufa-Auskunft in Anspruch zu nehmen.

Schufa AuskunftZu den gespeicherten Daten zählen zunächst persönliche Angaben wie Name, Geburtsdatum, Geburtsort und die aktuelle sowie ältere Adressen. Dann kommen Daten, die erste Informationen über die Finanzlage beinhalten. Bestehende Giro- und Kreditkartenkonten, Handyverträge, Leasingverträge und vor allem Daten zu laufenden und bereits abbezahlten Krediten. Auch Anfragen zu Krediten und Konditionen werden von der Schufa gespeichert. Zuletzt die sensiblen Informationen, die einen großen Einfluss auf den Schufa-Score haben. Dazu zählen Mahnverfahren, geplatzte Schecks, Privatinsolvenzen, Vollstreckungsbescheide und eidesstattliche Versicherungen.

In Anbetracht der Fülle an Informationen kann es immer wieder vorkommen, dass Daten veraltet oder schlichtweg falsch sind. Deswegen sollten Verbraucher einmal im Jahr die Gelegenheit nutzen, das Schufa-Auskunft-Formular ausfüllen und sich einen Überblick über den aktuellen Datenbestand zu eigenen Person verschaffen.

3. Wie lange werden die Daten gespeichert?

Je nachdem, um welche Art Daten es sich handelt, bewahrt die Schufa diese unterschiedlich lange auf. Die Löschung erfolgt stets in festen Abständen und Konsumenten haben natürlich ein besonderes Interesse daran, dass negative Einträge möglichst bald wieder aus dem Bestand verschwinden. Informationen über aufgenommene Kredite werden in der Regel drei Jahre nach Rückzahlung des Kredites gelöscht. Informationen über Giro- und Kreditkartenkonten werden hingegen gelöscht, sowie das Konto aufgelöst wurde. Kredit- und Kreditkonditionen-Anfragen verschwinden 12 Monate später aus dem Datenbestand. Wer sich hier schnell einen Überblick verschaffen möchte, für den steht die Schufa Auskunft online zur Verfügung. Auch hierfür muss nur das Schufa Auskunft Formular ausgefüllt werden.

4. Der Weg zur Schufa-Auskunft

Die Schufa ist gesetzlich dazu verpflichtet, jedem Bürger einmal pro Jahr eine Schufa Auskunft zu erteilen. Das entsprechende Schufa Auskunft Formular findet sich auf der Webseite der Schufa Holding AG. Nach der Beantragung der Schufa Auskunft sollte deren Zustellung höchstens einen Monat dauern. Zusätzlich muss vom Antragsteller noch eine Kopie des eigenen Personalausweises hochgeladen werden, um dessen Identität zu verifizieren.

Nach erfolgreicher Beantragung wird die Schufa-Auskunft anschließend per Post zugestellt. Diese Beantragung hat übrigens keinerlei Auswirkungen auf den Schufa-Score. Das Unternehmen weist explizit darauf hin, dass diese Auskunft vertrauliche Informationen enthält, die niemandem – auch auf Verlangen – vorgezeigt werden muss. Wenn beispielsweise Vermieter ein Auskunft über zukünftige Mieter erhalten möchten, müssen sie hierfür die kostenpflichtige Bonitätsauskunft in Anspruch nehmen.



5. Welche Informationen sind in der Schufa Auskunft enthalten?

Schufa AuskunftAuf der ersten Seite der Auskunft finden sich Name, Geburtstag, Geburtsort, die aktuelle Adresse sowie frühere Adressen, die von der Schufa noch im Datenbestand geführt werden. Diese Angaben sollten natürlich auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden, um sicherzustellen, dass die Schufa keinerlei fehlerhafte Daten verwendet. Auf den folgenden Seiten werden diverse kreditrelevante Daten aufgelistet. Darunter sind auch Anfragen und natürlich der aktuelle Schufa-Score zu finden, der quartalsweise berechnet wird.

Die kreditrelevanten Daten beinhalten sämtliche Einträge, die auf der Basis von Anfragen und Vertragsabschlüssen im Laufe der Zeit zusammengetragen wurden. Hier ist beispielsweise vermerkt, welche Girokonten und Kreditkarten erfasst wurden.

Auch die Anfragen der Unternehmen sind im Schreiben vermerkt. Anhand dieser Auflistung kann jeder Bürger nachvollziehen, welche Unternehmen und Vertragspartner bei der Schufa Daten zur eigenen Person abgefragt haben. Hier finden sich beispielsweise die Bonitätsauskünfte, die an Banken, Sparkassen und andere Kreditinstitute ausgegeben wurden.




Eine der wichtigsten Kennzahlen der Schufa Auskunft ist der Basis-Score. Dieser wird auf Basis aller anderen Einträge ermittelt und gibt Auskunft über die eigene Kreditwürdigkeit. Dieser Score wird jedoch nicht an Unternehmen übermittelt und dient einzig der Orientierung. Unternehmen stehen dafür weitere, nach Branchen unterteilte Score-Werte zur Verfügung. Der Grund hierfür liegt in den unterschiedlichen Bewertungsmodellen, die einzelne Unternehmen entwickelt haben.

Konsumenten sollte stets darauf achten, das sämtliche Daten korrekt sind und es keine Widersprüche gibt. Fehler könnten bedeuten, dass ein falscher Score ermittelt wird. Ein solcher könnte dann einer Kreditaufnahme im Wege stehen, weswegen jeder Bürger von seinem Recht Gebrauch machen sollte, falsche Daten korrigieren zu lassen.

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