Kreditunwürdigkeit und ihre Folgen

Von Schuldnerberatungen.org, letzte Aktualisierung am: 17. Mai 2021

Kreditunwürdigkeit: Das Wichtigste in Kürze

Was heißt Kreditunwürdigkeit?

Die Kreditwürdigkeit bzw. -unwürdigkeit ist ein anderes Wort für die Bonität eines Menschen oder eines Unternehmens. Sie bezeichnet dessen finanzielle Vertrauenswürdigkeit. Näheres erfahren Sie hier.

Anhand welcher Faktoren lässt sich feststellen, ob jemand kreditunwürdig ist?

Ob jemand kreditwürdig oder kreditunwürdig ist, hängt vor allem davon ab, ob er über ein sicheres und geregeltes Einkommen verfügt, das ausreicht, um alle Verbindlichkeiten abzudecken. Welche Faktoren noch von Bedeutung sind, lesen Sie in diesem Abschnitt.

Ich benötige einen Umschuldungskredit. Bekomme ich diesen auch trotz meiner Kreditunwürdigkeit?

Es ist so gut wie unmöglich, von einem deutschen Geldinstitut einen Kredit trotz schlechter Bonität bzw. negativer SCHUFA-Auskunft zu bekommen, weil die Gefahr, dass Sie die Kreditschulden nicht zurückzahlen können, einfach zu hoch ist. Lassen Sie sich im Zweifel von einer Schuldnerberatungsstelle zu Alternativen beraten.

Was bedeutet Kreditunwürdigkeit?
Was bedeutet Kreditunwürdigkeit?

Was bedeutet Kreditunwürdigkeit? Schlechte Bonität

Wer finanzielle Verbindlichkeiten nicht erfüllen und zum Beispiel ein Darlehen nicht pünktlich zurückzahlen kann, gilt als kreditunwürdig. Die SCHUFA bescheinigt ihm dann eine negative Bonität, was häufig dazu führt, dass potentielle Geschäftspartner von einer Geschäftsbeziehung eher Abstand nehmen.

Die Kreditunwürdigkeit bezeichnet also die hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner seine Verbindlichkeiten nicht bezahlen wird, weil er dazu nicht in der Lage ist oder weil er nicht will. Geschäfte und Vertragsabschlüsse mit solchen Personen gelten als wirtschaftlich riskant, weil die hohe Gefahr eines Zahlungsausfalls besteht.

Das Stigma der Kreditunwürdigkeit bleibt noch lange nach einer erteilten Restschuldbefreiung bestehen.
Das Stigma der Kreditunwürdigkeit bleibt noch lange nach einer erteilten Restschuldbefreiung bestehen.

Ob jemand als kreditwürdig oder kreditunwürdig eingestuft wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel:

  • vorhandenes Vermögen und geregeltes, sicheres Einkommen (inklusive Infos zum Arbeitgeber)
  • laufende bzw. abgeschlossene Insolvenzverfahren, einschließlich der Erteilung bzw. Versagung der Restschuldbefreiung
  • Abgabe oder Verweigerung der Vermögensauskunft
  • Zahlungsverhalten in der Vergangenheit: pünktliche Zahlungen oder Schuldnerverzug und mehrfache Mahnung
  • laufende Kredite und Dispokredite
  • häufige Kreditanfragen

Diese Informationen (außer Vermögen und Einkommen) zur Beurteilung der Kreditunwürdigkeit speichert die SCHUFA in ihrer Datensammlung ab und ermittelt anhand dessen die Bonität von Personen und Unternehmen. Aber auch andere Wirtschaftsauskunfteien greifen auf solche Daten zurück, um zu beurteilen, wie finanziell vertrauenswürdig bzw. zuverlässig jemand ist.

Mithilfe einer entsprechenden Bonitätsabfrage bei einer solchen Auskunftei können Unternehmen einschätzen, wie riskant ein Vertragsabschluss mit einem potentiellen Geschäftspartner ist, und gegebenenfalls von einem solchen Geschäft Abstand nehmen.

Folgen einer negativen Bonität

Vermieter, Kreditinstitute und viele andere Unternehmen erkundigen sich vor Abschluss eines Rechtsgeschäfts, ob der potentielle Kunde überhaupt vertrauenswürdig ist und fragen hierfür dessen Bonität bei einer Wirtschaftsauskunftei ab.

Bescheinigt diese dem Betroffenen eine Kreditunwürdigkeit, hat das für weitreichende Folgen:

Kreditunwürdigkeit führt dazu, dass der Abschluss wichtiger Verträge kaum noch möglich ist.
Kreditunwürdigkeit führt dazu, dass der Abschluss wichtiger Verträge kaum noch möglich ist.
  • Kreditunwürdige Verbraucher können keine neue Wohnung anmieten, weil der neue Vermieter fürchten, dass sie ihre Miete nicht bezahlen werden.
  • Auch der Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrag oder ähnlicher Geschäfte ist unter diesen Umständen kaum möglich.
  • Wer als kreditunwürdig gilt, bekommt in der Regel auch keinen (neuen) Kredit von der Bank.
  • Selbst Bestellungen beim Online-Händler können schwierig werden.

Die eigene Kreditunwürdigkeit erschwert also die Teilnahme am Geschäfts- und Wirtschaftsleben, weil Vertragsabschlüsse kaum noch möglich sind.

Wo bekomme ich einen Kredit trotz Kreditunwürdigkeit?

Banken müssen vor jeder Kreditvergabe die Bonität des möglichen Kreditnehmers prüfen. Ist diese zu schlecht, müssen sie die Kreditanfrage ablehnen – auch zum Schutze des Betroffenen vor einer Überschuldung. Das hat zur Folge, dass kreditunwürdige Verbraucher gar keinen Kredit mehr bekommen – häufig auch keinen Umschuldungskredit.

Wer in derartigen finanziellen Schwierigkeiten steckt, sollte von einem weiteren Kredit ohnehin absehen und stattdessen die Hilfe einer Schuldnerberatung oder eines auf Insolvenzrecht spezialisierten Anwalts zu Anspruch nehmen. Dieser Weg ist die bei weitem bessere Lösung im Vergleich zu einem neuen Kredit trotz Kreditunwürdigkeit.

Zwar gibt es (ausländische) Anbieter, die einem Kredit auch bei schlechter SCHUFA-Auskunft vergeben bzw. vermitteln. Aber die sind in der Regel sehr teuer oder unseriös – im schlimmsten Fall sogar beides. Diese Kreditgeber verlangen oft zusätzliche Kosten und Vorabgebühren, die den eigentlichen Kredit und damit den Schuldenberg noch weiter in die Höhe treiben.

Tipp: Verzichten Sie auf ein (weiteres) Darlehen. Ihre Kreditunwürdigkeit weist schon darauf hin, dass Sie sich damit höchstwahrscheinlich finanziell überfordern. Arbeiten Sie lieber daran, Ihre Bonität zu verbessern und Ihre Zahlungsschwierigkeiten zu beseitigen, beispielweise über eine außergerichtliche Schuldenbereinigung mit Ihren Gläubigern. Schuldnerberatungsstellen helfen Ihnen dabei, eine solche individuelle Lösung zum Schuldenabbau zu erarbeiten.

Tipps, um die eigene Kreditwürdigkeit verbessern

Ein Kredit trotz Kreditunwürdigkeit führt schnell in die Schuldenfalle. Wie soll er zurückgezahlt werden?
Ein Kredit trotz Kreditunwürdigkeit führt schnell in die Schuldenfalle. Wie soll er zurückgezahlt werden?

Um herauszufinden, ob und inwieweit die SCHUFA bei Ihnen von einer Kreditunwürdigkeit ausgeht, sollten Sie regelmäßig die dort hinterlegten Daten prüfen. Das können Sie mindestens einmal jährlich kostenlos tun, indem Sie auf der Website der SCHUFA die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anfordern.

Wenn Sie feststellen, dass falsche oder veraltete Daten hinterlegt sind, können Sie die Auskunftei auffordern, diese Daten zu korrigieren oder zu löschen.

Verbessern Sie Ihre Bonität mit den folgenden Tipps:

  • Machen Sie möglichst keine Schulden, zumindest nicht für Dinge, die nicht absolut notwendig sind. Vermeiden Sie insbesondere Konsumschulden.
  • Nutzen Sie Kredite nur dann, wenn Sie ihn wirklich brauchen und wenn Sie sicher sind, dass Sie ihn auch pünktlich zurückzahlen können.
  • Vermeiden Sie mehrere Kredite, denn das führt schnell zur Kreditunwürdigkeit. Außerdem laufen Sie Gefahr, den Überblick zu verlieren.
  • Stellen Sie bei Geldinstituten und Banken immer nur Konditionsanfragen und keine Kreditanfragen, wenn Sie sich über Darlehensangebote informieren wollen.
  • Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen immer pünktlich nachkommen. Und wenn Sie doch einmal eine Mahnung erhalten, bezahlen Sie unverzüglich.
  • Kontaktieren Sie sofort Ihren Gläubiger, wenn Sie in Zahlungsschwierigkeiten stecken und suchen Sie mit ihm gemeinsam nach einer Lösung.
  • Kündigen Sie unnötige Kreditkarten und Girokonten.
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Kreditunwürdigkeit und ihre Folgen
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