Pfändungsschutzkonto

Mit einem Pfändungsschutzkonto sichern Schuldner ihr Grundeinkommen vor dem Zugriff von Gläubigern ab. Bei einem “normalen” Girokonto ist dieses nicht möglich.

Lesen Sie hier, wie ein Pfändungsschutzkonto (auch P-Konto genannt) eingerichtet wird.

Wie wird ein Pfändungsschutzkonto eingerichtet?

Für die Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wandelt man ein bestehendes Girokonto zu einem P-Konto um oder man richtet ein neues Konto ein. In beiden Fällen wendet sich der Schuldner an seine Hausbank, die dann die Einrichtung eines entsprechenden Kontos veranlasst.

P-Konto

Wo sind die notwendigen Unterlagen erhältlich?

Der Antrag auf ein P-Konto ist bei der Hausbank erhältlich. Alle weiteren Unterlagen (zum Beispiel Bescheinigungen über Gehalt oder Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld) können von z. B. dem Arbeitgeber, von Sozialleistungsträgern oder auch von Schuldnerberatungsstellen ausgestellt werden. Erstinformationen gibt in der Regel auch die Hausbank, die das P-Konto einrichten und führen soll.

Wird ein Pfändungsschutzkonto automatisch eingerichtet?

Die Einrichtung eines P-Kontos muss aktiv veranlasst werden – selbst dann, wenn bei der Bank bereits ein Auftrag zur Kontopfändung eingegangen ist.

Empfehlung: Reagieren Sie rechtzeitig!

Wenn absehbar ist, dass eine Pfändung auf Sie zukommt, sollten Sie sich bereits um ein Girokonto kümmern, auf das nur Sie Zugriff haben. Dieses Konto können Sie dann im Ernstfall ohne großen Aufwand in ein P-Konto umwandeln. Bei einem Gemeinschaftskonto ist dieses nicht möglich.

Was wird durch das P-Konto geschützt?

Es gelten die Freibeträge der Pfändungstabelle, die das unpfändbare Grundeinkommen des Arbeitseinkommens angibt. Die Freibeträge werden oft ca. alle 24 Monaten angepasst und liegen für eine Einzelperson häufig zwischen 1100 Euro und 1200 Euro. Je mehr Personen von dem Unterhalt abhängig sind, desto höher fällt der Freibetrag aus. Bei einer weiteren Person kommen zum Freibetrag der Einzelperson gut 400 Euro hinzu, für jede weitere Person gut 200 Euro.

Die aktuell gültigen Zahlen erfahren Sie bei zum Beispiel der Verbraucherzentrale.

Beträge, die über dem Freibetrag liegen, können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls freigegeben werden. Eine richterliche Entscheidung oder eine Entscheidung einer vollstreckenden Behörde ist dazu nur in seltenen Fällen notwendig. Weitere Freibeträge werden zum Beispiel gewährt, wenn Ausgaben für weitere Personen in der Bedarfsgemeinschaft notwendig sind, zum Beispiel für im Haushalt lebende Kinder.



Was muss beim P-Konto beachtet werden?

Für die Führung eines Pfändungsschutzkontos gibt es zahlreiche Vorschriften. Unter anderem gilt:

  • Die Umwandlung eines normalen Girokontos in ein P-Konto ist kostenlos. Die Kosten für die Kontoführung bleiben allerdings bestehen (bei einer Umwandlung) bzw. werden erhoben wie bei einem regulären Girokonto (bei einer Neueröffnung).
  • Jede Person darf nur ein Konto als P-Konto ausweisen lassen.
  • Ein Gemeinschaftskonto kann nicht in ein P-Konto umgewandelt werden.
  • Wenn das Girokonto, das in ein P-Konto umgewandelt werden soll, bereits “im Minus” ist (der Dispo also genutzt wird), ist dieses kein Hinderungsgrund für die Umwandlung. Sämtliche Zahlungseingänge wie zum Beispiel Sozialleistungen werden mit dem Minus gegengerechnet. Es gibt also einen Verrechnungsschutz.
  • Das P-Konto hat die Funktionen eines herkömmlichen Girokontos. Das bedeutet, dass Abhebungen von Bargeld ebenso möglich sind wie Überweisungen und die Einrichtung von Daueraufträgen.
  • Ein “normales” Girokonto kann auch noch in ein P-Konto umgewandelt werden, wenn der Pfändungsbescheid der Bank bereits zugestellt wurde. Dieses ist allerdings nur vier Wochen seit dem Eingang des Pfändungsbescheids möglich. Die Freibeträge gelten dann sogar rückwirkend ab dem Zeitpunkt der Zustellung des Bescheids.

Eine Rück-Umwandlung des Pfändungsschutzkontos in ein reguläres Girokonto ist übrigens ebenfalls möglich. Nach der Umwandlung gelten bzgl. des Girokontos wieder die Vereinbarungen, die vor der Umwandlung Gültigkeit hatten.

Wer braucht ein Pfändungsschutzkonto?

Ein Pfändungsschutzkonto ist lediglich für Personen ratsam, bei denen der gepfändete Betrag die finanzielle Existenz gefährdet. Handelt es sich um einen eher kleinen Betrag, nach dessen Abzug die Erledigungen bzw. Finanzierungen des alltäglichen Lebens noch bezahlt werden können, lohnt ein P-Konto eher nicht. Im Gegenteil: Die Schufa vermerkt die Einrichtung (Deutschlands größter Auskunftei, die z. B. Banken bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit unterstützt). Ein Vermerk in dieser Form wird vermutlich die Kreditwürdigkeit einschränken, was Folgen für z. B. die Vergabe von Krediten (auch Dispositionskrediten – Dispos) hat.

(Alle Angaben ohne Gewähr! Dieser Beitrag ersetzt keine fachkundige Beratung. Wenden Sie sich an eine ausgewiesene Schuldnerberatung, wenn Sie befürchten, in eine Schuldenfalle zu geraten.)