Kontopfändung: Das sollten Sie wissen!

Bei einer Kontopfändung ist es der Bank nicht erlaubt, das Guthaben an den Schuldner auszuzahlen. Das Geld liegt zunächst “auf Eis”, bis der Gläubiger nach Ablauf einer 14-tägigen Frist das Guthaben pfänden kann.

Betroffene Schuldner sollten bei einer Kontopfändung vor allem eines tun, damit noch genug Geld zum Leben bleibt:

Schnell reagieren!

Lesen Sie im Folgenden, was zu tun ist.

Das sollten Sie bei einer Kontopfändung tun

Wenn die Bank eine Kontopfändung vorgenommen hat, bleibt das Konto zunächst 14 Tage vor dem Zugriff des Gläubigers geschützt. In dieser Zeit hat niemand Zugriff auf das Konto, weder der Schuldner, noch der Gläubiger.

Die Pfändung des Kontos
Innerhalb dieser 14 Tage sollte der Schuldner unbedingt tätig werden, um das sogenannte pfändungsfreie Einkommen vor dem Zugriff des Gläubigers zu schützen. Hierfür hat er zwei Möglichkeiten

  • die Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos (P-Konto)
  • die Sicherung des unpfändbaren Einkommens durch entsprechende Anträge

Die Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos ist dabei die empfehlenswerte Variante, da die Sicherung des unpfändbaren Einkommens anhand von mehreren Unterlagen entfällt.


Das Pfändungsschutzkonto

Der Schuldner hat die Möglichkeit, sein Girokonto in ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto umwandeln zu lassen. Dieses ist in der Regel ohne großen Aufwand direkt bei der Bank möglich.

Mit einem P-Konto sorgen Schuldner dafür, dass noch ein Mindestbetrag zum Leben zur Verfügung steht. Zuletzt waren dieses etwas mehr als 1.000 Euro. Über diesen Betrag (dem s. g. Grundfreibetrag) kann der Schuldner auch während einer laufenden Kontopfändung frei verfügen, um zum Beispiel Lebensmitteleinkäufe zu tätigen oder die Miete zu bezahlen.

Ein Rechenbeispiel

Weist das Konto des Schuldners einen Betrag von 1.900 Euro aus und liegt der Grundfreibetrag bei beispielsweise 1.133,80 Euro (wie es zuletzt der Fall war), darf der Gläubiger 766,20 Euro pfänden.

1.900 Euro (Kontoguthaben) – 1.133,80 Euro (Grundfreibetrag) = 766,20 Euro

Beachten Sie: Die Bank ist dazu verpflichtet, das betroffene Girokonto in ein P-Konto umzuwandeln – allerdings nur, wenn der Schuldner dieses auch veranlasst hat! Stellen Sie bei der Bank einen entsprechenden Antrag. Der Sachbearbeiter der Bank wird Ihnen dabei helfen.

Schuldnern können lediglich ein Konto als Pfändungsschutzkonto einrichten lassen. Zudem ist es nur möglich, ein Konto als P-Konto ausweisen zu lassen, bei dem ausschließlich der Schuldner als Kontoinhaber geführt wird. Ein Gemeinschaftskonto mit zum Beispiel dem Ehepartner kommt dafür nicht infrage.

Freigabe des pfändungsfreien Einkommens: Diese Unterlagen werden benötigt

Haben Sie kein Pfändungsschutzkonto eingerichtet, können Sie das pfändungsfreie Einkommen dennoch vor dem Zugriff des Gläubigers bewahren. Dazu müssen Sie dem Amtsgericht folgende Unterlagen zukommen lassen:

  • Pfändungs- und Überweisungsbeschluss – Kopie der Bank reicht mitunter aus
  • Gehaltsnachweis bzw. Bescheid über Arbeitslosengeld
  • aktuelle Kontoauszüge, aus denen ersichtlich ist, wie hoch die Ausgaben für Miete, Mietnebenkosten etc. sind

Bei einigen Leistungen, die der Schuldner erhält, kann die 14-tägige Sperrzeit direkt nach der Kontopfändung ausgesetzt werden. Dieses ist der Fall bei Leistungen wie zum Beispiel:

  • Sozialleistungen vom Arbeitslosengeld
  • Sozialhilfe
  • Wohngeld
  • Kindergeld

Schuldner sollten sich unbedingt nach den aktuellen Fristen erkundigen! Die Möglichkeit, diese Leistungen vom gepfändeten Konto zu entnehmen, ist mitunter nur ein paar Tage nach Eingang des Pfändungsbescheids bei der Bank möglich.

Pfändungstabelle gibt Auskunft

In der Pfändungstabelle können Schuldner ablesen, welcher Betrag für das alltäglich Leben in der Pfändungsphase bleibt. Maßgeblich ist hier das monatliche Einkommen des Schuldners.


Wie lange dauert eine Kontopfändung?

Wurde das Konto gepfändet, hat der Schuldner die Möglichkeit, den geschuldeten Betrag an den Gläubiger zu überweisen. Dann ist es an dem Gläubiger, die Kontopfändung zu beenden.

Verstreicht die 14-tägige Schonfrist ohne eine Begleichung der Schuld, wird die Summe, die der Kontoinhaber schuldig ist, an den Gläubiger überwiesen. Reicht das vorhandene Guthaben nicht aus, bleibt das Konto so lange gepfändet, bis die Forderung beglichen ist.

Von der Pfändung ausgenommen sind verschiedene Leistungen (z. B. Sozialleistungen) und/oder das unpfändbare Einkommen (s. jeweils oben).

Die Aufhebung der Kontopfändung

Eine Kontopfändung wird aufgehoben, wenn eine der beiden folgenden Situationen eintritt.

  • Der oder die Gläubiger erklären ihre Ansprüche für abgegolten. Dieses ist in der Regel der Fall, wenn der Schuldner den Forderungen nachgekommen ist oder die Schuld durch die Pfändung beglichen wurde.
  • Ein Vollstreckungs- oder ein Amtsgericht hat entschieden, dass die Pfändung des Kontos zum Beispiel wegen eines Härtefalls aufgehoben ist.

Diese Kosten kommen auf den Schuldner zu

Eine Kontopfändung bedeutet für die Bank einen Verwaltungsaufwand. Dennoch darf die Bank für diesen Vorgang keine Gebühren verlangen! Gegenüber der Bank entstehen dem Schuldner also keinerlei Kosten.

Was erfährt die Schufa?

Eine Kontopfändung wird der Schufa gemeldet. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kreditwürdigkeit negativ beeinflusst wird, ist also groß.

Wird der Dispo von der Kontopfändung berührt?

Nein, bei einer Kontopfändung bleibt der Dispo unberührt. Gepfändet wird ausschließlich das Guthaben auf dem betreffenden Konto.

(Alle Angaben ohne Gewähr! Dieser Beitrag ersetzt keine fachkundige Beratung. Wenden Sie sich an eine ausgewiesene Schuldnerberatung, wenn Sie befürchten, in eine Schuldenfalle zu geraten.)