Insolvenzverfahren Ablauf

insolvenzverfahren ablaufDer Ablauf eines Insolvenzverfahrens ist meist derselbe. Je nach Art des Insolvenzverfahrens, Verbraucher- oder Regelinsolvenzverfahren, können sich jedoch kleine Unterschiede ergeben. So wird beim Regelinsolvenzverfahren beispielsweise über den gesamten Ablauf hinweg ein Insolvenzverwalter eingesetzt. In der Regel wird ein Insolvenzverfahren eingeleitet, wenn eine Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Bei Privatpersonen aber auch bei Firmen.

Grundlegender Ablauf des Insolvenzverfahrens

Folgende 3 Phasen werden bei jeder Insolvenz durchlaufen:

1. Eröffnungsverfahren – hier werden Anträge eingereicht und Formalitäten geprüft.

2. Verwaltung, Vermehrung und Verwertung der Insolvenzmasse – was kann an Masse herangezogen werden, um den Gläubigern einen Teil Ihrer Forderungen zurückzuzahlen, wie kann diese Masse durch hinzuziehen von Lebensversicherungen, Sachwerten etc. vermehrt werden, um einen größeren Teil der Forderungen auszugleichen und Verkauf von Sachwerten.

3. Verteilungsverfahren und Schluss des Insolvenzverfahrens – welcher Gläubiger bekommt wie viel von der verfügbaren Masse – wird je nach Anmeldezeitpunkt der Forderungen der jeweiligen Gläubiger und der Höhe der offenen Forderungen entschieden – wenn alle Gläubiger so weit möglich ausbezahlt wurden und alle beteiligten Parteien, wie Gericht, Insolvenzverwalter etc. alle Vorgänge abgeschlossen haben, kann das Insolvenzverfahren geschlossen werden.

Eine vollständige Aufstellung aller Bestandteile des Insolvenzverfahrens finden Sie noch einmal hier.

Insolvenzmasse:

Die Insolvenzmasse ist all das, was zur Masse herangezogen wird, was also auf die Gläubiger verteilt, bzw. im Vorhinein in Geld umgewandelt werden kann. Hierzu gehören unter anderem Autos, Rückkaufswerte aus Versicherungen, teure Elektrogeräte, Immobilien oder sogar Kunstgegenstände oder Schmuck.



Unterschiede zwischen Regelinsolvenzverfahren und Verbraucherinsolvenzverfahren

Neben dem grundlegenden Ablauf eines Insolvenzverfahrens gibt es zahlreiche Unterschiede zwischen dem Regelinsolvenzverfahren und dem Verbraucherinsolvenzverfahren, die folglich aufgeführt sind (keine vollständige Auflistung, es handelt sich lediglich um ein paar wichtige Beispiele):

  • Verkürzung des Insolvenzverfahrens ist nur bei der Verbraucherinsolvenz möglich – auf drei oder fünf Jahre
  • bei beiden Verfahren wird laut neuem Insolvenzrecht im ersten Jahr ein vorläufiger Insolvenzverwalter mit all seinen Rechten und Pflichten eingesetzt, beim Regelinsolvenzverfahren (RI) ist der Verwalter während des gesamten Verfahrens aktiv, beim Verbraucherinsolvenzverfahren (VI) wird er ab dem zweiten Jahr zum Treuhänder umgewandelt
  • der Antrag auf RI wird immer beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt, der Antrag auf VI immer beim zuständigen Amtsgerichts des jeweiligen Bezirks – ein Beispiel für einen Antrag finden Sie hier: bundesrat.de
  • beim RI sind Eigen- und Fremdanträge (häufig durch Finanzamt oder Sozialversicherung) möglich

Tipp: Wenn ein Fremdantrag gestellt wurde, sofort noch mal einen eigenen Antrag mit erweiterndem Antrag auf Restschuldbefreiung stellen, sonst geht das Verfahren nur ein Jahr und am Ende hat man die Schulden immer noch

Was genau passiert vor Gericht

Von den Vorgängen vor Gericht (Insolvenzgericht) bekommt der Schuldner eigentlich gar nicht mit. Er muss also selten vor Gericht erscheinen. Trotzdem geschieht ein Großteil des Insolvenzverfahrens vor Gericht. Der Richter eröffnet den den Antrag und setzt die Schlusstermine fest. Des weiteren weiteren werden die Prüfungstermine für die Forderungen bestimmt. Kommt es zu Unstimmigkeiten im Ablauf des Verfahrens, so werden diese in der Regel vom Gericht bzw. vom Richter entschieden.

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