Wie entkommt man der Schuldenfalle?

Wenn der Schuldenberg immer größer wird, obwohl an allen Enden und Ecken gespart wird, schnappt die Schuldenfalle zu! Es gibt allerdings Mittel und Wege, sich aus dieser misslichen Situation zu befreien – oder es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

Lesen Sie u. a. hier:

  • So vermeiden Sie die Schuldenfalle.
  • Mit diesen Mitteln finden Sie einen Weg aus einer finanziellen Zwangslage.
    _

Schulden

Wie kommt es zu einer Schuldenfalle?

Wenn Verbraucher mehr Geld ausgeben als ihnen zur Verfügung steht, bewegen sie sich – oftmals unbewusst – auf die Schuldenfalle zu. Meist geschieht dies durch den Abschluss von Verträgen, die in der Summe zu monatlichen Kosten führen, welche sich über die regelmäßigen Einnahmen nicht mehr decken lassen.

Hier ein neuer Handyvertrag, dort eine Versicherung und andernorts noch ein Abo – schnell kommen fixe Kosten von mehreren Hundert Euro zusammen. Pro Monat, versteht sich. Wer die angespannte finanzielle Lage bis dahin noch nicht erkannt hat, lässt sich vielleicht noch zum einen oder anderen Spontankauf hinreißen, bestellt Produkte, für die das eigene Budget vielleicht schon längst nicht mehr ausreicht und plötzlich steht der Saldo bei Null.

Auch der umgekehrte Weg ist denkbar: Das Budget mag bislang für alle Verpflichtungen ausgereicht haben, doch dann drohen plötzlich sinkende Einkünfte durch Krankheit oder Jobverlust. Wenn kurze Zeit später die ersten Mahnungen ins Haus flattern, von denen man dachte, sie wären längst bezahlt und der Geldautomat plötzlich kein Geld mehr herausgibt, hat die Schuldenfalle zugeschnappt.



Die Gründe mögen verschieden sein, das Prinzip ist immer gleich: Der Abfluss an liquiden Mitteln ist größer als der Zufluss und spätestens jetzt sollte klar sein, dass es so nicht weitergehen kann. Schnelles Handeln ist gefragt, um das Verhältnis wieder umzudrehen. Kurz: Die Ausgaben müssen gesenkt werden, das Einkommen – sofern möglich – erhöht werden. Der Fokus sollte jedoch zu Beginn auf Ersterem liegen, denn hier lassen sich am schnellsten Änderungen erwirken.

Der beste Weg: Die Schuldenfalle von vornherein vermeiden

Im Grunde gibt es so viele Schuldenfallen wie Arten, Geld auszugeben. Vor allem bei unerfahreneren Verbrauchern, und dazu gehören nicht selten Jugendliche, fehlt meist das Bewusstsein für die Gefahren von starkem Konsum. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, zu viel Ausgaben zu vermeiden.

Wichtig ist vor allem, den eigenen finanziellen Status sowohl zu kennen als auch im Auge zu behalten. Zumindest die fixen monatlichen Ausgaben wie Miete, Ratenzahlungen für mittel- und langfristige Kredite, Kosten für Strom- und Wärme, Abonnements sowie monatliche Kosten für Telekommunikation über Festnetz, Internet und Handy sollten zusammengefasst und addiert werden.

In der folgenden Liste finden sich die typischsten Posten für Fixkosten in Privathaushalten, die Monat für Monat anfallen. Einige Posten werden jährlich oder halbjährlich bezahlt und sollten zur Planung des Budgets auf den Monat umgelegt werden. Nebenkosten der Wohnung sollten für einen späteren Vergleich gesondert betrachtet werden. Bei Benzin- und Lebenshaltungskosten empfiehlt es sich, über mehrere Monate hinweg Belege zu sammeln und auf Basis der Summe dann einen monatlichen Durchschnittsbetrag zu bilden.

Checkliste: Fixkosten

  • Kaltmiete
  • Nebenkosten wie Heizung und Warmwasser
  • Strom
  • Telefon und Internet
  • Mobilfunk
  • Abonnements (Online und Offline)
  • Kfz-Steuer (monatlicher Anteil)
  • Kfz-Versicherung
  • Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel
  • Durchschnittliche Kosten für Benzin
  • Krankenkassenbeiträge
  • Lebenshaltungskosten
  • Schuldendienst (Ratenzahlungen)
  • Mitgliedsbeiträge

Gehen Sie Ihre Ausgaben anhand dieser Checkliste durch und verschaffen sich somit einen Überblick über Ihre fixen Ausgaben! Das Ausfüllen so einer Liste ist übrigens auch der erste Schritt bei einer Schuldnerberatung.


Schuldenfalle entgehen – Fixkosten reduzieren

Wie in der Liste zu erkennen, gibt es regelmäßige Ausgaben, die sich nicht so ohne Weiteres reduzieren lassen. Wer beispielsweise einen Kredit aufgenommen hat und nun die monatlichen Raten nicht mehr begleichen kann, sollte dennoch frühzeitig mit der Bank in Verbindung treten, um die Angelegenheit zu klären. Besteht ein vorübergehender finanzieller Engpass, kann diese die Ratenzahlung kurzfristig aussetzen.

In einigen Fällen kann auch eine Umschuldung helfen. Der bestehende Kredit wird dann einfach durch einen Kredit mit günstigeren Konditionen abgelöst. Diese Möglichkeit zahlt sich bei Dispokrediten meist aus, da hier die Zinsen vergleichsweise hoch liegen. Das gilt vor allem dann, wenn die Kreditlinie bereits überschritten wurde. Hier können Kurzzeitkredite die passende Lösung sein, um der Schuldenfalle zu entgehen.



Verträge über Telefon, Internet und Mobilfunk sollten stets mit Bedacht gewählt werden. Wer ein möglichst geringes Risiko eingehen möchte, wählt von vornherein Prepaid-Tarife, um die volle Kostenkontrolle zu behalten. Geht es hingegen an die Auswahl eines neuen Vertrags für Festnetz und Internet via DSL oder Kabel, sollten die Tarife genau miteinander verglichen werden. Oftmals gibt es deutlich günstigere Möglichkeiten, die gewünschten Leistungen zu erhalten. Auch ein Anbieterwechsel sollte dafür in Betracht gezogen werden. Manche Anbieter sind auch bereit dazu, den Tarif noch vor Ablauf der Vertragslaufzeit zu wechseln, wenn der Kunde dafür nicht zu einem anderen Unternehmen wechselt.

Auch bei Kfz-Versicherungen besteht in der Regel am Ende des Jahres die Möglichkeit, einen günstigeren Tarif in Anspruch zu nehmen. Hier sind genaue Vergleiche besonders wichtig, da sich auch geringfügige Änderungen der Lebensumstände auf die Höhe der Versicherungsprämie auswirken können. Der Stichtag für die rechtzeitige Kündigung ist üblicherweise der 30. November.

Haushaltskosten in den Griff kriegen

Gerade die kleinen, alltäglichen Ausgaben können sich bis zum Monatsende auf einen beträchtlichen Betrag summieren. Um der Schuldenfalle vorzubeugen, sollte gerade bei einer angespannten finanziellen Situation ein Haushaltsbuch geführt werden, in dem alle Ausgaben eingetragen werden. Auf diesem Wege lässt sich ein Überblick verschaffen, welche Summen für welchen Zweck tatsächlich ausgegeben werden. Ein Verfahren, das schon bei vielen Verbrauchern zu einem Aha-Erlebnis geführt hat. Belege sollten stets aufbewahrt und gesammelt werden. Käufe, die über das Internet getätigt worden, ebenfalls separat notiert, sortiert und am Ende des Monats zusammengerechnet werden.


Was tun, wenn Überschuldung droht?

Lassen sich die Kosten nicht in ausreichendem Maße reduzieren oder keine neuen Einkommensquellen erschließen, droht die Überschuldung. In dem Fall sollten Verbraucher professionelle Hilfe bei einem Schuldenberater aufsuchen. Dieser kann einen Sanierungsplan aufstellen und gegebenenfalls zwischen Schuldnern und Gläubigern eine vermittelnde Position einnehmen. Wenn alle Stricke reißen sollten und keine Option mehr offenbleibt, die Schulden in absehbarer Zeit zu tilgen, ist der Gang in die Privatinsolvenz meist der letzte Ausweg. Dieses Verfahren nimmt zwar bis zu sechs Jahre in Anspruch. An dessen Ende steht jedoch eine Restschuldbefreiung, die einen Neuanfang ohne Schulden und mit ein paar wertvollen Erfahrungen mehr ermöglicht.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (noch keine Bewertungen)
Loading...