Schuldenfalle: Tipps & Tricks gegen hohe Schulden

Von Schuldnerberatungen.org, letzte Aktualisierung am: 19. Oktober 2021

Schuldenfallen: Das Wichtigste in Kürze

Was ist eine Schuldenfalle?

Schuldenfalle bedeutet laut Definition, dass jemand auf lange Sicht nicht mehr in der Lage ist, seine Schulden zu bezahlen. Dem Schuldner droht die Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung.

Welche Arten von Schuldenfallen gibt es?

Eine typische Schuldenfalle ist das Handy, wenn der Mobilfunktarif zu teuer ist oder kostenintensive Zusatzleistungen in Anspruch genommen werden. In diese Falle tappen vor allem Jugendliche. Weitere Beispiele für Schuldenfallen finden Sie hier.

Ich sitze in der Schuldenfalle – was kann ich tun?

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Finanzen. Versuchen Sie, Ihre Ausgaben zu senken und mehr Einkommen zu erzielen. Gehen Sie keine neuen Schulden ein. Wenden Sie sich so schnell wie möglich an eine Schuldnerberatungsstelle.

Was tun, wenn Sie in die Schuldenfalle geraten sind?
Was tun, wenn Sie in die Schuldenfalle geraten sind?

Was sind Schuldenfallen?

Wenn Verbraucher mehr Geld ausgeben als ihnen zur Verfügung steht, bewegen sie sich – oftmals unbewusst – auf die Schuldenfalle zu. Meist geschieht dies, indem sie ihre Ausgaben nicht im Blick haben.

Deshalb ist die wohl größte Schuldenfalle fehlende finanzielle Bildung und eine unwirtschaftliche Haushaltsführung. Wer den richtigen Umgang mit Geld gelernt hat, …

  • weiß, wie Verträge und Verbindlichkeiten funktionieren,
  • kennt die Risiken von Schulden und vermeidet sie,
  • erkennt unnötige Kostenfallen,
  • hat vor allem seine Ausgaben unter Kontrolle,
  • weil er sein monatliches Budget im Blick behält und nicht überschreitet.
Was sind die größten Schuldenfallen?
Was sind die größten Schuldenfallen?

Der ständige Überblick über die eigenen Finanzen ist das A und O, um jegliche Schuldenfalle zu vermeiden. Sie müssen also stets Ihre Einnahmen und Ausgaben kennen und dafür sorgen, dass Ihre Ausgaben möglichst geringer sind als Ihre Einnahmen.

Wenn Sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten, ist die Kontrolle und Reduzierung Ihrer Kosten das Wichtigste. Sie müssen Ihr Konsumverhalten im Griff haben. Wenn Ihnen das nicht gelingt, wird auch ein höheres Einkommen nicht helfen.

Schicksalsschläge als Auslöser für hohe Schulden

Oft geraten Menschen auch unverschuldet in die Schuldenfalle. Die Gründe hierfür sind:

  • Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit, wie zum Beispiel in der Coronakrise
  • Scheitern der Selbstständigkeit
  • Trennung oder Scheidung
  • Todesfälle
  • Unfall, Krankheit oder Suchtproblematik

In solche unerwartet eintretenden Situationen kann jeder geraten. Sie lassen sich nicht vermeiden. Sie können aber vorsorgen, damit Sie finanziell gegen solche Schicksalsschläge gewappnet sind, zum Beispiel, indem Sie einen Notgroschen ansparen und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Jugendliche in der Schuldenfalle

Eine häufige Schuldenfalle bei Jugendlichen ist das Handy.
Eine häufige Schuldenfalle bei Jugendlichen ist das Handy.

Jugendliche verschulden sich oft sehr leichtfertig – frei nach dem Motto: „Ich kaufe heute und bezahle später„. Oder sie schließen teure Verträge ab, deren Folgen sie kaum überblicken können.

Der Grund liegt meistens darin, dass es ihnen schlicht an Wissen und Erfahrung fehlt, denn Finanzbildung ist nach wie vor noch kein festes Unterrichtsfach.

Umso wichtiger ist es, dass Eltern frühzeitig mit ihren Kindern über Geld sprechen. Taschengeld ist übrigens ein gutes Mittel, mit welchem Kinder den richtigen Umgang mit Geld lernen.

Raus aus der Schuldenfalle – so geht’s

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Schuldenfalle vor, zeigen, wer besonders davon gefährdet ist und was Sie dagegen tun können.

Art der SchuldenProble­matikRisiko­gruppeLösung
Schulden­falle Job­ver­lustmind. 1/3 Ein­kom­mens­ver­lust befristete An­ge­stell­te,
gering quali­fi­zierte Men­schen,
Krisen­branchen
Not­groschen als Vor­beu­gung, Arbeits­suche,
Kosten senken,
Fix­kosten prüfen und senken
Er­krankung als Schulden­falle10-20 % Ein­kom­mens­ver­lust bei Kranken­geld, noch höhere Ein­bußen bei Er­werbs­un­fähig­keitchro­nisch kranke Menschen,
Per­sonen mit hoher kör­per­licher / psy­chischer Be­lastung
Vor­beu­gung durch Berufs­un­fähig­keits­ver­sicherung,
Kosten­über­nahmen durch Kranken­kasse
Schulden­falle Disposehr hohe Zinsen er­hö­hen die SchuldenBank­kun­den mit Dispovor­beugend Dispo kün­digen oder be­schränken,
nur im Not­fall kurz­fristig nutzen,
Um­schul­dung
Schulden­falle Kredit / Kredit­karteüber­trie­benes Konsum­ver­haltenSpontan­käufer, Shopping­-FansBudget setzen,
bar zahlen,
Konto regel­mäßig checken,
Konsum­ver­hal­ten ändern
Schulden­falle Haus / ImmobilienkaufKosten falsch kal­ku­liert, eigene Zah­lungs­kraft über­schätztHaus­käufermindestens 25 % Eigen­kapital,
Finan­zierung selbst­kritisch prüfen, Aus­gaben kon­trol­lieren
Schulden­falle Handyteuer Tarif, teure Zusatz­leis­tungen, ge­bühren­pflich­tige NummernJugend­liche und junge MenschenTarife ver­gleichen,
Prepaid nutzen,
monat­liche Ge­bühren be­grenzen
Schulden­falle Autoteurer Auto­kredit, eigene Zah­lungs­kraft über­schätzt,
lau­fen­de Kosten nicht ein­kal­ku­liert
alle Auto­be­sitzeraus­rei­chend Eigen­kapital,
richtig kal­ku­lieren,
Car­sharing statt Auto­kauf

Wenn es Ihnen allein nicht gelingt, Ihre Schulden systematisch abzubauen, sollten Sie sich umgehend von einer Schuldnerberatung unterstützen lassen. Je früher Sie sich Hilfe holen, desto eher entkommen Sie der Schuldenfalle.

Was tun, wenn Überschuldung droht?

Eine professionelle Schuldnerberatung zeigt Ihnen Wege aus der Schuldenfalle.
Eine professionelle Schuldnerberatung zeigt Ihnen Wege aus der Schuldenfalle.

Lassen sich die Kosten nicht in ausreichendem Maße reduzieren oder keine neuen Einkommensquellen erschließen, droht eine Überschuldung.

  • In dem Fall sollten Verbraucher professionelle Hilfe bei einem Schuldenberater aufsuchen.
  • Dieser kann einen Schuldenregulierungsplan aufstellen und gegebenenfalls zwischen Schuldnern und Gläubigern eine vermittelnde Position einnehmen.
  • Wenn alle Stricke reißen sollten und keine Option mehr offenbleibt, die Schulden in absehbarer Zeit zu tilgen, ist der Gang in die Privatinsolvenz meist der letzte Ausweg aus der Schuldenfalle. Dieses Verfahren nimmt drei Jahre in Anspruch.
  • An dessen Ende steht jedoch eine Restschuldbefreiung, die einen Neuanfang ohne Schulden und mit ein paar wertvollen Erfahrungen mehr ermöglicht.
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