Schulden abbauen

Schulden abbauen ist auf viele verschiedene Wege möglich. Es muss nicht immer eine Schuldnerberatung sein. Auch wenn diese oftmals wertvolle Tipps geben kann. Wird die finanzielle Misslage rechtzeitig erkannt und gibt es noch genügend Hebel, um die Schuldenfalle abzuwenden, so reicht es in vielen Fällen schon aus, einfach den eigenen Haushaltsplan ein wenig zu optimieren, bzw. überhaupt erst einmal einen aufzustellen. Handelt es sich um größere finanzielle Probleme in Form von höheren Schulden, so reichen solche Maßnahmen meist leider nicht mehr aus, denn die regelmäßigen Einnahmen wie Hartz 4, Gehalt oder Zuwendungen Dritter reichen eventuell gerade aus, die Kosten für Unterkunft, Essen und sonstige absolut notwendige Dinge zu decken.

Zum Schuldenabbau sollten Sie sich Ihre Einnahmen und Ausgaben notieren.

Zum Schuldenabbau sollten Sie sich Ihre Einnahmen und Ausgaben notieren.

Die ersten einfachen Schritte bei geringen, abzubauenden Schulden

Es kann schon helfen, sich täglich die Ausgaben zu notieren und bei jeder Ausgabe zu kontrollieren, ob diese tatsächlich notwendig war bzw. ob diese Ausgabe nicht eventuell hätte geringer ausfallen können (beispielsweise keine Markenware kaufen).

Wo können mehr Einnahmen herkommen? Eventuell durch Nebenjobs oder Überstunden. Gibt es eventuell Wertgegenstände, die nicht mehr benötigt werden? Auch ein Gang auf den Flohmarkt kann manchmal mehr Geld einbringen als gedacht.

Von größeren Summen, die man sich von Bekannten oder Verwandten leiht, sollte eher abgesehen werden. Denn das Schuldenproblem noch mit seinen sozialen Beziehungen zu verbinden führt meist zu einem noch größeren Chaos.

Viele Schulden abbauen

Sind die Schulden schon so hoch, dass man sie einfach nicht mehr mit kleineren Veränderungen oder Zuwendungen Dritter in den Griff bekommt, sollte man sich immer so schnell wie möglich Hilfe suchen und nicht gleich den Kopf in den Sand stecken. Es muss auch nicht immer die Insolvenz sein. Es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, auch hohe Schulden abzubauen.



Der Insolvenz aus dem Weg gehen

Neben der Insolvenz gibt es den Gläubigervergleich. Hierbei wird mit den Gläubigern über geringere Rückzahlsummen verhandelt, welche dann in Raten aufgebracht werden. Diese Lösung ist für beide Seiten besser, Gläubiger und Schuldner. Der Schuldner muss nicht in die Insolvenz gehen und nahezu 10 Jahre starke Einschränkungen akzeptieren und der Gläubiger sieht zumindest noch einen Teil seiner Forderungen. Wichtig hierbei ist, dass bei einer größeren Anzahl von Gläubigern ein genauer Plan erstellt wird, welcher auch aus Augen jedes einzelnen Gläubigers Sinn macht. Häufig ist es besser und verspricht vor allem mehr Erfolg, eine Schuldnerberatung oder einen Anwalt zu engagieren, um die Gläubigerverhandlung professionell zu organisieren. So sieht der Gläubiger, dass es der Schuldner mit seinem Rückzahlungsgedanken Ernst meint und es werden häufige Fehler, die am Ende zu einem Scheitern des Gläubigervergleichs führen können, vermieden.

Hierzu gehört unter anderem einer der häufigsten Fehler, Gläubiger mit geringen Forderungen zuerst komplett auszuzahlen. Hier hinter steckt häufig der Gedanke: „Dann hab ich schon einmal 5 Gläubiger komplett ausbezahlt und die sind dann ganz raus.“ Das ist jedoch die falsche Herangehensweise, denn dann fühlen sich die Gläubiger mit den höheren Forderungen ungerecht behandelt und lassen den Vergleich scheitern. Ebenso wenig macht es jedoch Sinn, allen Gläubigern die gleiche monatliche Rate zukommen zu lassen. Ein Gläubiger mit 30.000 Euro Forderungen wird einem Rückzahlungsplan von 10 Euro monatlich wohl kaum zustimmen. Weil er so auch nach Jahrzehnten höchstens an einen Bruchteil seiner Forderungen kommt bzw. diese 10 Euro noch nicht einmal die Zinsen decken würden.

Kompromisse machen und an Regeln halten

Wer Schulden abbauen möchte, muss häufig seinen Lebensstil ändern.

Wer Schulden abbauen möchte, muss häufig seinen Lebensstil ändern.

Besonders wichtig beim Schuldenabbau ist es, Kompromisse zu machen. Denn selten kann man hierbei seinen alten Lebensstil weiter fortführen. Zahlreiche Einschränkungen müssen hingenommen werden. Diese zahlen sich am Ende jedoch aus und man kann wieder zu seinem gewohnten Lebensstil zurückkehren.

Folgende Tipps können helfen beim Schuldenabbau:

  • am besten nicht mehr mit der EC Karte zahlen – das wöchentliche Haushaltsgeld in einem Umschlag halten und dieses Budget somit auch einhalten und überblicken, ist am Ende doch noch etwas übrig, von dem Geld, was tatsächlich zur Verfügung steht, so kann man es sparen oder doch noch für Konsumwaren ausgeben
  • immer zuerst Miete und Energie bezahlen – denn Unterkunft und Energie (vor allem im Winter) sind neben Essen das wichtigste
  • nicht mehr unbedingt zum teureren Supermarkt um die Ecke gehen, sondern mehr zum Discounter gehen und auf teure Markenprodukte verzichten
  • Abos kündigen – beispielsweise Fitnessstudio oder Zeitschriften – sämtliche Verträge und Abos prüfen, ob sie tatsächlich nötig sind
  • Kontoauszüge nach unnötigen Ausgaben durchsuchen
  • weitere Tipps und Infos zum Schulden abbauen findet man auf der Seite der Bundesregierung – siehe hier

Häufigste Schuldenfallen und beim Schuldenabbau unbedingt vermeiden

  • Alles was mit Handys zu tun hat – Appkäufe, Flatrates etc.
  • Autos
  • Ratenkäufe (insbesondere 0 Prozent-Finanzierungen, Sofortkredite oder 100 Tage Zahlpause
  • Spontankäufe (Schmuck, Elektro, Kleidung)
  • Dispo
  • Kredite ohne Schufa

Tipp: Vergessen Sie nicht, auch beim Abbauen von Schulden Rücklagen zu bilden für wirkliche wichtige Ausgaben wie Reparaturen an Gebrauchsgegenständen wie zum Beispiel der Waschmaschine.



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