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Schuldenfrei in den Beruf: Tipps für Studenten

Schuldenfrei in den Beruf: Tipps für Studenten

Viele Studenten und Auszubildende nutzen Kredite, um sich ihr Studium oder die Ausbildung zu finanzieren. Nach dem Studium fallen demnach oftmals hohe Summen an, die zurückgezahlt werden müssen. Hinzu kommen Krankenkassenbeiträge, Wohn- und Lebens- sowie sonstige Kosten. Worauf sollten Studenten und Auszubildende achten, um nicht gleich mit einem großen Schuldenberg ins Berufsleben zu starten? Hauptkostenfaktoren sind BAföG, Studentenkredite, Krankenversicherung, Miete und weitere Lebenshaltungskosten. Hier geht es zum PDF Download PDF Download

1. BAföG

→ Informationen zum BAföG beim Bundesministerium für Bildung und Forschung

a) nach Beendigung des Studiums

  • Rückzahlung meist in geringen Raten möglich
  • zahlt man in einer Summe alles zurück, dann ist es deutlich weniger
  • Rückzahlung muss aber erst 5 Jahre nach Höchstförderungsdauer vorgenommen werden
  • Rückzahlung kann auch sofort begonnen werden
  • mehr Informationen dazu, wenn Sie rechts auf die Broschüre klicken

Tipps

  • die Raten nicht zu hoch wählen, weil die Belastung sonst zu hoch werden könnte, gerade nach dem Studium kommen meist weitere Kosten wie Wohnung, Krankenkasse etc. auf einen zu
  • eventuell Geld von Eltern leihen oder angespartes Geld nutzen, um das BAföG in einem Stück oder zu einem sehr großen Teil zurückzuzahlen, dann ist die Gesamtsumme deutlich (bis zu 50 Prozent) niedriger
  • bei sehr geringem Einkommen kann man beantragen, von der Rückzahlung freigestellt zu werden, bei Ehe, bei einem Kind oder einer eingetragenen Lebenspartnerschaft erhöht sich die Einkommensgrenze für die Freistellung zusätzlich (weitere Informationen dazu hier)
  • Achtung: nur 10.000 Euro müssen maximal zurückgezahlt werden, daher lohnt sich das Zurückzahlen mit einem mal bei besonders hohen BAföG-Beanspruchungen von über 15.000 Euro kaum noch.

b) nach Abbruch des Studiums

  • bei einem Fachrichtungswechsel bis spätestens nach dem 3. Fachsemester kann das BAföG weiter normal bezogen werden, sofern für den Wechsel ein gesetzlich anerkannter Grund wie Eignungsmangel oder Neigungswandel vorlag
  • bei Abbruch des Studiums kein Anspruch mehr auf BAföG
  • auch hier ist die Rückzahlung bis zu 5 Jahre nach der Höchstförderungsdauer möglich

Tipps

  • auch hier gibt es die Beschränkung auf 10.000 Euro und mögliche Freistellungen siehe „nach Beendigung des Studiums – Tipps“
  • auch hier gilt, Raten nicht zu hoch zu wählen, weil oftmals weitere finanzielle Belastungen anstehen

2. KfW Studienkredit

KfW-Studienkredit

a) nach Beendigung des Studiums

  • auch hier ist wie beim BAföG für die Rückzahlung eine Karenzzeit wählbar, bis zu 23 Monate nach letzter Auszahlung oder Beendigung des Studiums
  • muss im Gegensatz zum BAföG voll zurückgezahlt werden
  • es fallen Zinsen von bis zu 6,5 Prozent an
  • zusätzliche Gebühren fallen wie bei einem regulären Kredit auch an und kommen zu der Kredithöhe und den Zinsen hinzu
  • mehr Informationen dazu, wenn Sie rechts auf die Broschüre klicken

Tipps:

  • außerplanmäßige Rückzahlungen sind möglich, Änderungen bezüglich des Rückzahlungsplans sind jedoch immer nur in bestimmten Zeitfenstern möglich
  • Rückzahlungsraten am Anfang nicht zu hoch wählen, diese können später bei Bedarf erhöht werden
  • Karenzzeit nutzen, auch diese kann später verkürzt werden
  • Vorsicht: Fristen für Änderungen am Ablauf, Auszahlungen etc. beachten, diese enden meist mehrere Monate bevor eigentlichem Eintritt der Änderung und dann ist für mehrere Monate keine Änderung mehr möglich

b) nach Abbruch des Studiums

  • Auszahlung des Kredits endet sofort
  • Karenzzeit für Tilgungsphase kann und sollte wahrscheinlich genutzt werden, diese liegt bei maximal 23 Monaten

Tipps:

  • auch hier unbedingt die Fristen beachten und im Auge behalten, Änderungen können nur in bestimmten Zeitfenstern vorgenommen werden und treten oftmals erst später in Kraft
  • Raten nicht zu hoch ansetzen, aufgrund zahlreicher anderer neuer Kostenfaktoren

3. Andere Studienkredite

  • bei anderen Krediten neben dem staatlich geförderten KfW Kredit können die Regelungen stark abweichen

Tipps:

  • generell gilt, sich die Bedingungen vorab genauestens durchzulesen und vor allem auf flexible Rückzahlungsmöglichkeiten zu achten, hierzu zählen Auszahlungsbeginne mit dem ersten Einkommen und Karenzzeiten
  • die Auszahlungs- und Rückzahlungsmöglichkeiten sollten jederzeit änderbar sein, weil gerade während des Studiums und kurz nach dem Studium schnell unvorhersehbare Veränderungen eintreten können
  • auch die Zinsen und Gebühren sollten genauestens betrachtet werden, diese können allein schon eine höhere monatliche Belastung bedeuten
  • das deutsche Studentenwerk rät dazu, generell das Studium nicht ausschließlich mit einem Kredit zu finanzieren
  • Achtung: Niemals das Studium beenden, um Schulden loszuwerden – das Studium ist eine wichtige Investition in die Zukunft und bei vorzeitiger Beendigung des Studiums fallen Förderungen weg und Rückzahlungen müssen teilweise sogar sofort begonnen werden, die Situation verschlimmert sich durch einen vorzeitigen Studienabbruch also in nahezu allen Bereichen

4. Krankenkasse

Im Studium liegen die Kosten für die Krankenversicherung bei bis zu 100 Euro.

Im Studium liegen die Kosten für die Krankenversicherung bei bis zu 100 Euro.

  • während des Studiums belaufen sich die Kosten für die Krankenversicherung, sofern nicht mehr familienversichert, auf unter 100 Euro monatlich
  • kommt es direkt nach dem Studium zu einer Anstellung, trägt diese Kosten teils der Arbeitgeber, teils der Angestellte – jedoch gehen die Krankenversicherungskosten direkt vom Bruttoeinkommen ab, somit muss sich nicht selbst um die Zahlung gekümmert werden
  • kommt es erst einmal zur Arbeitslosigkeit, müssen die Kosten auch nicht selbst getragen werden
  • Vorsicht: bei Selbständigkeit muss man sich selbst um die Krankenversicherung kümmern, die Kosten können hier schnell über 300 Euro monatlich betragen – eine erhebliche zusätzliche Belastung

Mehr Informationen zur Krankenversicherung auf transparent-beraten.de

Vorsicht: Folgende Besonderheiten bei Nebenjobs und studentischen Nebentätigkeiten

  • viele Studenten arbeiten neben dem Studium angestellt oder selbständig und beziehen ein zusätzliches Einkommen neben der Förderung durch die Eltern, BAföG oder Studienkredit
  • die günstigen Studententarife in der Krankenversicherung basieren jedoch auf wenig zu berechnendem Einkommen
  • kommt nun ein höheres Einkommen durch Nebentätigkeiten zustande (Vollzeitjobs in den Semesterferien, selbständige Tätigkeiten während des Studiums oder sonstige Nebensjobs) kann sich bei Überschreiten von bestimmten Berechnungsgrundlagen die Forderungssumme stark erhöhen (dazu weitere Informationen)>
  • diese Erhöhung der Krankenkassenbeiträge wird jedoch meist auf einen Schlag vollzogen und dann muss auch rückgängig bezahlt werden – hat ein Student also ein halbes Jahr nebenbei gearbeitet und sehr gut verdient aber für diese Zeit weiterhin die Minimalbeträge für die Krankenversicherung bezahlt, so muss er nach Feststellung der höheren Bemessungsgrundlage alle Schulden an die Krankenkasse auf einen Schlag bezahlen
  • setzt man sich vorab mit seiner jeweiligen Krankenkasse zusammen, kann man jedoch auch hier günstigere Ratenzahlungen vereinbaren

Tipps:

  • kommt es zu finanziellen Engpässen, sollte man sich unbedingt vorab mit der eigenen Krankenkasse in Verbindung setzen – oftmals sind geringere Ratenzahlungen möglich
  • werden Krankenkassenbeiträge nicht bezahlt und wird die Krankenkasse nicht persönlich kontaktiert, kann es schnell zu Pfändungen kommen – diese sollten unbedingt vermieden werden
  • auch bei einem Studienabbruch sollte man sich mit der Krankenkasse in Verbindung setzen und die zukünftigen Versicherungsmodalitäten klären – hier sind oftmals vergünstigte Modelle möglich
  • eventuell kann auch über eine private Krankenversicherung mit günstigeren Beiträgen nachgedacht werden – hier sollten jedoch vorab die genauen Kosten und der Versicherungsumfang geprüft werden

5. Weitere Lebenskosten

  • nach dem Studium suchen sich viele Studenten und Auszubildende die erste eigene Wohnung – die WG oder die Wohnung der Eltern wird verlassen
  • durch eine eigene Wohnung fallen jedoch zahlreiche Zusatzkosten oder Kosten an, die nicht mehr mit anderen geteilt werden – hierzu gehören Miete, Strom, Gas, TV, Internet, Telefon, Nebenkosten, technische Gerätschaften, GEZ, Nahrungsmittel und so weiter
  • auch die öffentlichen Verkehrsmittel können nun nicht mehr kostenlos im Zusammenhang mit dem Semester- oder Azubi-Ticket genutzt werden – die Kosten belaufen sich hier auf über 50 Euro monatlich oder mehr
  • hinzu kommen größere einmalige Anschaffungen, Reparaturkosten und Konsumausgaben für Klamotten, technische Geräte, Urlaube oder sonstige Anschaffungen
  • diese Kosten werden in vielen Fällen unterschätzt, Ratenkäufe werden getätigt und der Überblick wird schnell verloren, es entstehen Schulden noch vor dem Eintritt ins Berufsleben

Durchschnittliche_monatliche_LebenshaltungsKosten_in_Euro

Was tun, um Verschuldung zu vermeiden? Allgemeine Tipps

Um einem großen Schuldenberg gleich zu Beginn des Berufslebens bzw. Ende des Studiums/der Ausbildung aus dem Weg zu gehen, sollten auch Studenten und Auszubildende ihre Finanzen immer im Auge behalten. Folgende Tipps können dabei helfen:

  • einen Haushaltsplan mit Einnahmen und Ausgabenübersicht erstellen
  • Ratenkäufe vermeiden
  • Kredite nur aufnehmen, wenn absolut notwendig
  • das Studium sollte nicht ausschließlich durch einen Kredit finanziert werden
  • bei Nebentätigkeiten und Nebeneinkünften immer vorher abklären, wie es sich mit den Steuern und der Krankenkasse verhält
  • niemals das Studium abbrechen, um Schulden zurückzuzahlen, das Studium/die Ausbildung sollte immer Vorrang haben und gilt als wichtige Investition in die Zukunft
  • eventuell mögliche Stipendien nutzen, um das Studium zu finanzieren, eine Übersicht finden Sie unter anderem hier, plus hochschuleigene Stipendien (hier sollte man sich immer vorab über alle Möglichkeiten und Chancen informieren)
  • ein häufiger Verschuldungsgrund ist auch eine Schwangerschaft, anschließende Trennung und Alleinerziehung – gibt es hier neben dem Studium keine Unterstützung durch die Familie oder Verwandte, kann es finanziell schnell eng werden
  • Geld sollte allgemein nicht immer gleich ausgegeben werden, es ist anzuraten, Rücklagen zu bilden, falls einmal größere Reparaturen an Waschmaschine, Auto oder ähnlichem vorgenommen werden oder sonstige unvorhersehbare Ereignisse eintreten

Was tun, wenn allein kein Ausweg mehr aus den Schulden gefunden wird

Dann sollten Sie sich mit einem professionellen Schuldnerberater zusammensetzen. Mit diesem können Sie unter anderem durch spezielle Zahlpläne Ihr Schuldenproblem wieder in den Griff bekommen. Hierfür werden in der Regel von Ländern und Kommunen öffentliche und kostenfreie Beratungsstellen angeboten. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, private Schuldnerberatungsstellen aufzusuchen. Diese sind jedoch kostenpflichtig.