Schuldnerberatungsstellen

In Deutschland gibt es mehr als 1.000 Schuldnerberatungsstellen. 1977 wurde die erste Beratungsstelle gegründet. Mittlerweile ist der Beratungsbedarf deutlich größer als das Angebot an Beratungsstellen. Denn mehr als 6,6 Millionen Deutsche sind überschuldet. Über 100.000 Privatinsolvenzen und über 26.000 Unternehmerinsolvenzen werden in Deutschland pro Jahr eröffnet. Mehr als 900.000 Menschen stecken in einem Insolvenzverfahren. Hinzu kommt die Gruppe derjenigen, die sich in Gläubigerverhandlungen befinden.

Gerade bei den 18-25-Jährigen ist der Bedarf an einer Schuldnerberatung immer mehr gewachsen. Aber Betroffene im Rentenalter nehmen immer häufiger eine Beratung in Anspruch. Die Gründe für eine Überschuldung sind vielfältig. Am häufigsten sind Trennungen oder Scheidungen (Schulden aus Scheidung) die Ursache dafür, dass sich Menschen verschulden.

Unterschiede zwischen den Schuldnerberatungsstellen

Es gibt auf dem Markt die öffentlichen Schuldnerberatungsstellen von sozialen Einrichtungen und Verbänden sowie die privaten Schuldnerberatungsstellen. Auch Rechtsanwälte beraten teilweise in Schuldenfragen.

Soziale Einrichtungen wie

  • die Caritas
  • das Deutsche Rote Kreuz
  • die AWO
  • oder der Paritätische Wohlfahrtsverband

werden vom Staat unterstützt und erhalten finanzielle Mittel für die Schuldnerberatung. Viele weitere öffentliche Beratungsstellen kommen auch in den Genuss einer Förderung. Die Kosten für diese Beratung liegen pro Person etwa zwischen 1.200 und 3.500 Euro und werden größtenteils vom Steuerzahler übernommen.

Selbständige haben oftmals keinen Anspruch auf eine kostenfreie Schuldenregulierung bei einer der öffentlichen Schuldnerberatungsstellen. Für sie kommen dann Rechtsanwälte sowie private Schuldnerberatungen in Frage.



Private Schuldnerberatungsstellen

Rechtsanwälte und private Schuldnerberatungsstellen können ihre Beratungsdienstleistungen auf unterschiedliche Art und Weise abrechnen. Eine Abrechnung der Kosten über Festbeträge ffür bestimmte Leistungen erspart den Kunden eine böse Überraschung. Bei den privaten Schuldnerberatungsstellen wie bei den öffentlichen vereinbart man im ersten Schritt eine sogenannte Erstberatung. Auch bei privaten Schuldnerberatungsstellen ist die Erstberatung oftmals kostenfrei. In diesem ersten Gespräch werden zunächst alle Inkasso- und Gläubigerschreiben besprochen sowie die persönliche- und wirtschaftliche Situation des Betroffenen. Egal für welche Anlaufstelle man sich entscheidet, wichtig ist, dass der erste Schritt getan wird – nämlich, sich Hilfe zu holen, um aus der Schuldenfalle herauszukommen.

Weitere Informationen und Beratungsstellen: