Steuerschulden in Raten zahlen

Einmal im Jahr ist es soweit: Das Finanzamt meldet sich mit einem Steuerbescheid. Was aber tun, wenn die Steuerlast so groß ist, dass der Betrag nicht oder nur teilweise vor Ablauf der Frist gezahlt werden kann? Bevor es zu einer Zwangsvollstreckung kommt, sollte daher das Finanzamt kontaktiert werden, denn es ist möglich, Steuerschulden in Raten zu zahlen.

Steuerschulden in Raten zahlen ist durchaus möglich – wenn auch nur unter bestimmten Umständen.

Wichtig ist jedoch, dass der Schuldner nach Erhalt der Zahlungsaufforderung direkt zur Tat schreiten. Keinesfalls sollte die Zahlungsaufforderung ignoriert werden. Die Kontaktaufnahme zum Finanzamt sollte keinesfalls warten.

Steuerschulden können Sie meist in Raten zahlen.

Steuerschulden können Sie meist in Raten zahlen.

1. So können Sie Steuerschulden in Raten zahlen!

Es sind vor allem Selbstständige, die dem jährlichen Steuerbescheid nicht gerade entgegenfiebern. Wurden keine Reserven gebildet oder haben die Vorauszahlungen nicht ausgereicht, kann die Situation unangenehm werden, denn in der Regel muss der fällige Betrag auf einmal bezahlt werden. Steht in Aussicht, den Betrag in absehbarer Zeit aufbringen zu können, kann der Steuerbescheid hinausgezögert werden. Eine Fristverlängerung bis zum 30. September des nächsten Jahres ist üblicherweise kein Problem.

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Die Steuerschulden in Raten zahlen, käme als nächste Option in Betracht. Doch bedarf es der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, um diese Möglichkeit auch in Anspruch nehmen zu können. Dabei gilt grundsätzlich eine Obergrenze bei den Raten selbst: Zwölf dürfen es maximal sein, so schreibt es das Gesetz vor. Kosten und Zinsen müssen dann aber noch hinzuaddiert werden. Ob diese Option tatsächlich funktioniert, ist nicht zuletzt auch vom zuständigen Sachbearbeiter abhängig. Der muss die Ratenzahlung nämlich bewilligen.


2. Steuerstundung beantragen

Die Finanzbehörde kann ihre Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis sowohl ganz als auch teilweise stunden. Voraussetzung ist, dass die Einziehung bei Fälligkeit eine erhebliche Härte für den Schuldner darstellen würde. Zudem darf der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet sein. Der Steuerpflichtige muss also eine gewisse Zahlungsbereitschaft zeigen und gegebenenfalls auch nachweisen können.

Laut § 222 der Abgabenordnung soll die Stundung nur auf eine entsprechende Beantragung hin und gegen eine Sicherheitsleistung gestattet werden. Wichtig: Für ausstehende Umsatz- und Lohnsteuern kann keine Stundung beantragt werden. Diese werden vom Unternehmer nur treuhänderisch verwaltet und müssen sofort abgeführt werden.

2.1 Gute Begründung wichtig

Die Beantragung einer Stundung sollte frühzeitig geschehen, möglichst vor Fälligkeit der Steuern. Die Situation sollte dem Finanzbeamten in einem Gespräch geschildert werden. Die Chancen auf eine Stundung sind umso größer, je weniger der Steuerschuldner seine Notlage selbst verschuldet hat und je besser er die Stundung begründen kann. Wer unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten ist und dem Finanzbeamten glaubhaft darlegen kann, dass für ihn die Einziehung der Steuern eine existenzielle Bedrohung darstellt, hat gute Karten im Hinblick auf die Bewilligung der Stundung.

In jedem Fall bedarf es noch einer schriftlichen Begründung, wie es zur Zahlungsunfähigkeit gekommen ist und dass sie nicht vorhersehbar war. Zuletzt sollte dem Finanzamt glaubhaft dargestellt werden, dass man dazu in der Lage ist, den finanziellen Engpass zu beheben und wie dies geschehen soll. Der Steuerschuldner sollte sich dabei jedoch im Klaren darüber sein, dass das Finanzamt für die Stundung Zinsen verlangt. Für jeden angefangenen Monat, an dem die vollständige Tilgung der Steuerschuld unterbleibt, werden 0,5 Prozent verlangt. Wer dann noch auf die Zahlungsaufforderungen des Finanzamtes keine entsprechende Reaktion folgen lässt, riskiert Säumniszuschläge von 1 Prozent je Monat. Aussitzen wird also noch teurer und bringt nichts, weswegen der Stundungsantrag also möglichst zügig gestellt werden sollte.



Werden die Voraussetzungen für eine Stundung vom Steuerschuldner nicht erfüllt, kann mit der zuständigen Finanzkasse vereinbaren, Steuerschulden in Raten zu zahlen. Auch hier gilt wieder der Zinssatz von 0,5 Prozent. Der Schuldner sollte dringend darauf achten, die Zahlungstermine einzuhalten. Werden die einzelnen Raten nicht zu den vom Finanzamt festgelegten Terminen bezahlt, kann es schnell dazu kommen, dass der Gerichtsvollzieher oder Vollstreckungsbeamte vor der Türe steht.

3. Steuerschuld mit Kredit begleichen

Wenn der Nachzahlungsbescheid des Finanzamtes bereits aus dem Postfach gefischt wurde oder Steuernachzahlungen drohen, kann es auch eine Alternative darstellen, die Bank um die Gewährung eines Darlehens zu bitten, um auf diesem Wege die Steuerschulden in Raten zu zahlen. Diese Option sollte jedoch erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn eine Ratenzahlung gegenüber der Finanzbehörde bereits gescheitert ist, da die Zinsen bei der Bank üblicherweise deutlich höher ausfallen.

Grundsätzlich gilt: Der Zinssatz fällt umso höher aus, je geringer die Sicherheiten, die das Unternehmen bieten kann, ausfallen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zinsen nicht als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können, sofern es sich dabei um Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag oder Gewerbesteuer handelt.


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