Insolvenzverfahren in Berlin

Die Insolvenzordnung (InsO) gibt zwei verschiedene Arten der Insolvenzverfahren vor. Es gibt einmal das Verbraucherinsolvenzverfahren sowie das Regelinsolvenzverfahren. Das Verbraucherinsolvenzverfahren ist unter anderem für diejenigen Personen, die noch nie einer selbständigen Tätigkeit nachgegangen sind. Ebenso kann das Verbraucherinsolvenzverfahren auch für ehemalige Selbständige gelten, sofern sie nicht mehr als 19 Gläubiger zählen oder keine Forderungen unter anderem aus Arbeitsverhältnissen bestehen. Hier insbesondere nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge, Steuern für Arbeitnehmern oder Lohn- und Gehaltsforderungen (Schuldnerberatung für Selbständige). Ansonsten haben ehemalige Selbständige auch die Möglichkeit das Regelinsolvenzverfahren einzuleiten. Ebenso zählt diese Verfahrensart für die Kapitalgesellschaften. Beide Verfahren ermöglichen den Betroffenen einen wirtschaftlichen Neuanfang.

Verfahrensablauf der Insolvenz

Beim Amtsgericht Charlottenburg kann in Berlin das Insolvenzverfahren beantragt werden.

Beim Amtsgericht Charlottenburg kann in Berlin das Insolvenzverfahren beantragt werden.

Auch der Verfahrensablauf ist für beide Verfahren unterschiedlich. Während bei einem Regelinsolvenzverfahren kein außergerichtlicher Einigungsversuch notwendig ist, muss dieser bei einem Verbraucherinsolvenzverfahren vorangegangen sein. Somit können die Personengruppen, für die ein Regelinsolvenzverfahren in Betracht gezogen werden kann sofort beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragen. In Berlin ist das Amtsgericht Charlottenburg, in diesem Falle das Insolvenzgericht für alle Anträge im Bereich Regelinsolvenzen zuständig. Die Formulare für diesen Antrag kann man sich im Internet herunterladen. Auch wenn noch kein Formularzwang beim Antrag auf Regelinsolvenz besteht, sollte man das Formular nutzen, damit ggf. weitere Formfehler auszuschließen sind. Formulare zum Download hier: Formulardownload auf berlin.de.

Für Insolvenzverfahren gilt: Professionelle Schuldnerberatung nutzen

Um Formfehler zu vermeiden und auch um die Verfahrensart zu prüfen, sollte eine Schuldnerberatung oder ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden. So ist gewährleistet, dass die korrekte Verfahrensweise gewählt wird. Denn sollte das Regelinsolvenzverfahren nicht für den Betroffenen in Betracht kommen, muss er das Verbraucherinsolvenzverfahren nutzen. Hierzu ist ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern zwingend notwendig. Das sogenannte Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs kann dann nur von einer Beratungsstelle sowie einem Rechtsanwalt bescheinigt werden. Sobald der erste Gläubiger den außergerichtlichen Plan ablehnt, gilt der außergerichtliche Einigungsversuch als gescheitert. Nunmehr kann und muss der Schuldner einen Antrag auf Insolvenz bei seinem zuständigen Insolvenzgericht einreichen. Hierbei ist zu beachten, dass der Vertrag mit seinen rund 40 Seiten auch beim Gericht bei Formfehlern abgelehnt werden kann. Damit dieses vermieden werden kann, sollte man weiterhin mit der Beratungsstelle oder seinem Rechtsanwalt zusammenarbeiten. Auch gibt es verschiedene Arten des Forderungsgrundes, die nicht der Restschuldbefreiung unterliegen. Das bedeutet für den Betroffenen, dass diese Beträge dann nach Ablauf der sechs Jahre gezahlt werden müssen.



Änderungen am Insolvenzverfahren

In dem Gesetz, welches am 01.07.2014 in Kraft trat, werden nicht nur die neuen Regelungen zur Verkürzung einer Insolvenz geregelt, sondern auch das Thema mit den Wohngenossenschaftsanteilen. Hier erhält der Schuldner mehr Schutz als vorher. Auch haben sich die Sperrfristen sowie die Regelungen rund um Unterhaltsschulden und Finanzamtsschulden geändert.

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