Privatinsolvenz: Dauer

Der Ablauf und damit auch die Dauer einer Privatinsolvenz ist fest geregelt. Eine Verkürzung ist unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls möglich. In dem Fall muss der Schuldner allerdings beweisen, dass er mit seinen finanziellen Mitteln haushalten kann.

Privatinsolvenz-Dauer

Wie lange eine Privatinsolvenz dauert bzw. wann die Insolvenz beendet werden kann, ist in der Insolvenzordnung festgehalten. Nach derzeitigem Stand ist eine Restschuldbefreiung nach sechs Jahren möglich, gerechnet ab dem Abschluss des Insolvenzverfahrens. Die sogenannte Wohlverhaltensphase, wie der Zeitraum zwischen dem Abschluss des Verfahrens und der Befreiung von der Restschuld genannt wird, kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar verkürzt werden.

Eine Privatinsolvenz dauert in Deutschland in der Regel mindestens 6 Jahre.

Eine Privatinsolvenz dauert in Deutschland in der Regel mindestens 6 Jahre.

Wie kann die Dauer verkürzt werden?

Die Privatinsolvenz-Dauer bzw. die Wohlverhaltensphase kann nach drei Jahren beendet werden, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind:

1. Der Schuldner hat mindestens 35 Prozent der Schulden zurückgezahlt.
2. Die Verfahrenskosten des Insolvenzverfahrens wurden vom Schuldner vollständig beglichen.

Eine Verkürzung auf fünf Jahre ist möglich, wenn der Schuldner zumindest die Verfahrenskosten bezahlt hat.



Was passiert am Ende der Wohlverhaltensphase?

Am Ende der Privatinsolvenz bzw. der Wohlverhaltensphase ist der Schuldner komplett schuldenfrei! Um dieses zu erreichen, muss er sich bis zur Restschuldbefreiung “wohl” verhalten. Das bedeutet, dass er keine neuen Schulden machen darf. Damit stellt er unter Beweis, dass er in der Lage ist, mit den vorhandenen finanziellen Mittel auszukommen.

Warum eine Insolvenz für Privatpersonen Sinn macht

Wenn Privatpersonen Insolvenz anmelden, haben sie häufig eine lange Zeit des Leidens hinter sich. Häufig haben die Schuldner über viele Jahre versucht, den Schuldenberg in den Griff zu bekommen. Da mit einem hohen Schuldenberg oftmals aber auch hohe monatliche Verbindlichkeiten einhergehen, ist der Abtrag der Schulden oft nur unter großen Anstrengungen möglich – oder überhaupt nicht.

Der Gang in die Privatinsolvenz ist für viele Schuldner eine Erleichterung, da sie nach Jahren der Hilflosigkeit wieder Einfluss auf ihre Situation bekommen. Nach Abschluss des Verfahrens wissen die Schuldner genau, was zu tun ist und ab wann die Schulden getilgt sind.

(Sämtliche Angaben sind ohne Gewähr! Dieser Beitrag ersetzt keine fachkundige Beratung. Wenden Sie sich an eine ausgewiesene Schuldnerberatung, wenn Sie befürchten, in eine Schuldenfalle zu geraten.)


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