Tausende Euro Schulden – was tun?

Was tun bei tausenden Euro Schulden? Viele informieren sich in diesem Fall explizit nach ihrer Schuldensumme und suchen im Internet nach Rat, indem sie beispielsweise „20.000 Euro“ oder „10.000 Euro Schulden“ eintippen. Die Beträge, nach denen am häufigsten gesucht wird, sind  3.000, 5.000, 15.000, 30.000 oder sogar 50.000 Euro und mehr. Doch die genaue Höhe der Schulden ist im Grunde genommen egal, wenn es um den idealen Entschuldungsweg geht. Es sei denn die Schuldensumme ist so gering, dass diese eventuell sogar noch aus eigener Tasche bezahlt werden könnte.

Auch wenn der ursprünglich vereinbarte Rückzahlungs-Zeitraum nicht eingehalten werden kann. Dann gibt es die Möglichkeit, sich mit den Gläubigern über eine Verlängerung des Rückzahlungszeitraums zu einigen. Bei höheren Schuldensummen ist das zwar auch möglich, hier ist man aber meist auf die Hilfe einer professionellen Schuldnerberatung angewiesen (Schuldnerberatungen). Wichtig sind dann andere Faktoren als die exakte Schuldenhöhe, nämlich die Anzahl der Gläubiger, die Art der Schulden, die Art der Gläubiger und die eigenen finanziellen Verhältnisse.

Tausende Euro Schulden: Was jetzt?

Tausende Euro Schulden: Was jetzt?

Außergerichtliche Lösungen sind oftmals möglich

Stimmen die finanziellen Verhältnisse mit den Anforderungen der Gläubiger (aller Gläubiger) überein und sind diese einverstanden (jeder einzelne muss einverstanden sein), ist eine außergerichtliche Lösung möglich. Unabhängig davon, ob es sich um 3.000, 10.000 oder 50.000 Euro und mehr Schulden handelt. Oftmals kann die Schuldensumme hierbei sogar noch auf bis zu unter 70 Prozent der Ausgangssumme gesenkt werden. Des Weiteren werden die Fristen für die Rückzahlungen im Normalfall verlängert, um dem Schuldner eine realistische Chance zu geben, die Schulden tatsächlich zurückzuzahlen. Diese Art der Schuldenbereinigung nennt sich Gläubigervergleich.



Welche Faktoren sind wirklich wichtig bei vielen Euro Schulden?

Anzahl der Gläubiger

In der Regel ist eine Gläubigerverhandlung (auch Gläubigervergleich genannt) einfacher mit einer geringen Zahl an Gläubigern. Denn jeder einzelne Gläubiger kann dem Vergleich widersprechen. Außerdem muss bei einer sehr hohen Anzahl von Gläubigern auch die Rückzahlsumme durch die vielen Gläubiger geteilt werden. Dementsprechend sind die Rückzahlsummen, die tatsächlich an die Gläubiger fließen, deutlich geringer und die Gläubiger sind weniger gewillt, einem solchen Vergleich zuzustimmen. Bei einer Insolvenz ist die Anzahl der Gläubiger irrelevant.

Art der Schulden

Handelt es sich um Schulden, die vor langer Zeit gemacht wurden, oder um neue Schulden? Bei ‚frischen‘ Schulden sind Gläubiger meist weniger gewillt, sich auf einen Vergleich einzulassen. Bei älteren Schulden ist hingegen schon seit langer Zeit offensichtlich, dass es dem Schuldner kaum gelingen wird, die vollen Schulden zu tilgen bzw. sich an den Zahlungs-Zeitplan zu halten. Bei einer Insolvenz ist es hingegen unerheblich, von wann die Schulden sind. Wichtig: Konsumkredite sollten nicht kurz vor einer Insolvenz abgeschlossen werden, weil Banken sonst Eingehungsbetrug vorwerfen können. Ansonsten sind Schulden aus Krediten zu handhaben wie alle anderen Schulden.

Spezielle Schulden

Sind eventuell Miet- oder Energieschulden dabei? Wenn ja, dann ist eine schnellere Bearbeitung durch eine öffentliche Schuldnerberatungsstelle möglich. Denn die eigenen vier Wände und die Grundversorgung sind das Wichtigste, was es zu sichern gilt. Für eine Insolvenz sind diese Art der Schulden unerheblich.

Tipp: Sollten Sie Hartz IV beziehen und Mietschulden haben, dann wenden Sie sich im Ernstfall an das Amt für Wohnungssicherung.

Persönliche Faktoren

Wichtig ist bei Schuldenproblemen auch die Art und Weise, wie man mit den Gläubigern umgeht bzw. verhandelt. Oftmals bewerten die Gläubiger das Hinzuziehen einer professionellen Schuldnerberatung als positiv. Denn das verleiht den eigenen Absichten, die Schulden so gut es geht zurückzuzahlen, Glaubwürdigkeit und Nachdruck.

Tipp: Eine Rechtsschutzversicherung (Informationen zu Rechtsschutzversicherungen finden Sie hier) übernimmt nicht die Kosten für eine Schuldnerberatung, sollte diese kostenpflichtig sein. In Berlin gibt es auch nicht (wie sonst in Deutschland oftmals üblich) Beratungsscheine, um die Kosten der Beratung abzudecken.

Herkunft der Schulden

Kommen die Schulden aus der Selbständigkeit (Schuldnerberatung für Selbständige), so bleibt die Hilfe durch öffentliche und somit komplett kostenfreie Beratungsstellen meist versagt. – Egal wie hoch die Schulden sind und wie die eigene finanzielle Situation aussieht.

Hinweise für junge Leute mit wenig Schulden

Immer mehr junge Erwachsene und Jugendliche verschulden sich (Statistik). Die Altersgrenzen werden hier von 18 bis 25 Jahren gezogen. Die Schuldensummen liegen oftmals nicht höher als bei 3.000, 5.000 oder 8.000 Euro. Hauptverschuldungsgründe sind vor allem kleinere Konsumkredite, Handys, Abos oder Ausgaben für Partys. Diese Schuldenprobleme sollten in der Regel ohne Insolvenz oder Gläubigervergleich gelöst werden. Niemand möchte schon mit 18 Jahren in die Insolvenz gehen müssen. Denn dieser Schritt zieht sich fast über 10 Jahre. Deshalb: Mit den Gläubigern Kontakt aufnehmen und versuchen, sich zu einigen. Eventuell eine Schuldnerberatung zur Hilfe nehmen. Jedoch sollte es vermieden werden, neue Kredite aufzunehmen. Denn hier werden oftmals die Zinsen zum Problem. Bei höheren Schuldensummen, schaffen es Schuldner oftmals noch nicht einmal, die Zinsen monatlich zu zahlen, geschweige denn den Schuldenberg abzutragen.



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