Privatinsolvenz Kosten

Privatinsolvenz KostenDie Kosten für eine Privatinsolvenz setzen sich aus zwei Faktoren zusammen. Einmal den Treuhänder-bzw. vorläufiger Insolvenzverwalter Kosten sowie den Gerichtskosten. Im Vorhinein lässt sich meist nur sehr schwer eine Kostenprognose erstellen. Hierzu müssen erst einmal alle Informationen bezüglich Schulden und Gläubiger vorliegen. Ein Irrglaube unter anderem ist, dass wenn man eine öffentliche Schuldnerberatung für die Privatinsolvenz wählt, diese Kosten nicht anfallen oder deutlich geringer sind. Das stimmt jedoch nicht. Insolvenzveralter/Treuhänder und Gericht müssen immer bezahlt werden. In anderen Bundesländern gibt es immer noch einen Beratungsschein für 10 Euro zu erwerben, hiermit ist zwar die anschließende Beratung kostenfrei, jedoch ändert dieser nichts an den anfallenden Kosten für Gericht und Treuhänder.

Im ersten Jahr muss der vorläufige Insolvenzverwalter bezahlt werden

Aufgrund der Insolvenzrechtsreform wurden einige Dinge geändert. Unter anderem wird der Treuhänder im ersten Jahr zum vorläufigen Insolvenzverwalter gemacht. Dieser bekommt für seine Leistungen 40 Prozent von jedem Euro der zur Insolvenzmasse gezogen wird.

Insolvenzmasse: Ist das, was am Ende tatsächlich auf die Gläubiger verteilt werden kann

Der Satz von 40 Prozent ist jedoch nicht fest. Je höher die Summe der Masse ist, desto geringer ist der Prozentsatz. Ab einer Höhe von einer Million Euro sind es beispielsweise nur noch 0,5 Prozent. Wird im ersten Jahr hingegen nichts zur Masse gezogen, so wird eine Mindestvergütung veranschlagt.

In den Folgejahren muss der Treuhänder bezahlt werden

In den Folgejahren wird der vorläufige Insolvenzverwalter zum Treuhänder und auch dieser muss bezahlt werden. Der Treuhänder gilt in diesem Fall auch als Anwalt. Somit fallen keine Anwaltskosten an, sondern „nur“ die Treuhänderkosten.



Der zweite Faktor: die Gerichtskosten

Die Gerichtskosten hängen vor allem von der Anzahl der Gläubiger ab. Die Kosten können zwischen 800 und 1.600 Euro liegen. In jedem Fall ist es immer möglich diese Kosten in Raten zu zahlen, sollten keine pfändbaren Beträge vorliegen. Die Kosten können sogar noch nach der Restschuldbefreiung beglichen werden. Wenn die Verfahrenskosten nicht sofort beglichen werden können, so nennt sich das Verfahrenskostenstundung. Hiernach ist die Bezahlung innerhalb von 6 Jahren möglich.

Kosten während der Wohlverhaltensphase

Nach dem neuen Gesetz müssen nun 5 Prozent der Gesamtmasse oder mindestens 100 Euro plus Mehrwertsteuer pro Jahr entrichtet werden. Für die Dauer der gesamten Wohlverhaltensphase fallen diese Kosten an.

Kosten senken durch Privatinsolvenz im Ausland?

Diese Annahme ist schlichtweg falsch. Denn in der Regel ist eine Privatinsolvenz im Ausland (England, Spanien, Italien…) zwar schneller aber nicht billiger. Zudem ist diese Variante per Gesetz an zahlreiche Bedingungen geknüpft. So muss ein fester Wohnsitz im jeweiligen Land nachgewiesen werden. Und zwar nicht mit Beginn der Privatinsolvenz sondern schon drei Monate vorher. Ebenso muss eine feste Arbeitsstelle und der Lebensmittelpunkt im jeweiligen Land nachgewiesen werden.

Fazit

Zahlreiche verschiedene Personen und Stellen sind an einer Privatinsolvenz beteiligt. Alle müssen bezahlt werden. Auch eine Privatinsolvenz im Ausland ändert nichts daran. Können die Kosten nicht aus dem Pfändungsvermögen sofort bezahlt werden, so kann eine Ratenzahlung vereinbart werden. Die Kosten müssen jedoch immer bezahlt werden. Hiervon gibt es keine Befreiung.

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