Privatinsolvenz Nachteile

Die Privatinsolvenz hat neben dem Weg aus der Schuldenfalle auch zahlreiche Nachteile. Daher sollte der Schritt zur Privatinsolvenz immer genau überlegt sein. Zudem sollten alle möglichen Alternativen in Betracht gezogen werden. Erst wenn die Privatinsolvenz wirklich die letzte Möglichkeit ist, die noch bleibt, um aus der Schuldenfalle zu kommen, sollte sie angemeldet werden. Seit 1999 ist es nun schon für Privatpersonen möglich, eine Insolvenz anzumelden. Seither hat sich die Zahl der Privatinsolvenzen im Jahr fast verhundertfacht. In den letzten 2 Jahren haben die Zahlen wieder ein wenig abgenommen, jedoch sind erhebliche Schuldenprobleme immer noch ein sehr häufiges Problem. Nachfolgend werden nun die 20 wichtigsten Nachteile aufgezählt.

Die 20 Nachteile einer Privatinsolvenz (PI) im Einzelnen

  1. In die Insolvenz zu gehen hat insgesamt ein negatives Image – dem gegenüber steht, dass es immer ein negatives Image hat, Schuldenprobleme zu haben. Noch schlimmer sieht es bei einer negativ behafteten Schufa aus. Denn dann kann man viele Verträge, Käufe und Abonnements nicht mehr eingehen, die man mit einer „sauberen“ Schufa ohne weiteres erhalten hätte. Es ist jedoch immer noch besser eine negative Schufa in Verbindung mit einem geregelten Insolvenzverfahren zu haben, als nur eine negative Schufaauskunft vorweisen zu können.
  2. Die PI sorgt für Kündigungen von Krediten oder sogar von Konten, vor allem wenn sich ein Konto im Dispo befindet .- an dieser Stelle mehr Informationen zum Pfändungsschutzkonto
  3. Es kann zu Gehaltspfändungen kommen – dies ist besonders ärgerlich, wenn der Arbeitgeber vorher nichts von den Schulden wusste oder wissen sollte.
  4. Somit wird bei einer Insolvenz in der Regel der Arbeitgeber informiert, weil er nun Änderungen an den Gehaltszahlungen vornehmen muss. Ein Teil geht dann direkt an den Insolvenzverwalter/ Treuhänder.
  5. Als Schuldner wird man nun öffentlich gemeldet und es gibt Verzeichnisse im Netz, die diese Informationen für alle zugänglich führen. Jedoch sind diese Informationen nur gezielt zu finden und wenn man schon einige Informationen zum Schuldner, seinem Wohnort und anderen Details besitzt.
  6. Es wird nun besonders schwierig, eine neue Wohnung zu finden, bzw. die Wohnung zu wechseln. Denn die meisten Vermieter und Wohnungsverwaltungen wollen Informationen zur Schufa haben oder zumindest einsehen. Hierbei kann es jedoch helfen, Mietschuldenfreiheit vorweisen zu können. Prinzipiell sollten immer zuerst die Miete und die Energiekosten bezahlt werden.
  7. Auch wenn die Insolvenz erfolgreich erledigt wurde, bleibt ein Schufaeintrag dazu noch über weitere drei Jahre erhalten.
  8. Menschen, welche in der Insolvenz sind, wird oftmals eine negative Haltung unterstellt. Zumindest im Umgang mit Verpflichtungen.
  9. Der Wechsel auch von Strom, Gas, Telefon (Ausnahme Kabel Deutschland unter anderem, die wollen keine Schufa sehen) oder TV ist schwierig bis teilweise unmöglich. Kredite aufzunehmen oder den Dispo auszureizen sind generell verboten. Denn es ist verboten, während der Insolvenz neue Schulden zu machen.
  10. Man ist somit grundsätzlich nicht mehr kreditwürdig.
  11. Kredite werden nicht mehr gewährt. Die Ausnahme sind Kredite ohne Schufa. Jedoch ist hier besondere Vorsicht geboten. Erstens darf man keine neuen Schulden machen und gefährdet somit das Insolvenzverfahren. Zweitens kommen solche Kredite meist mit fast kriminellen Konditionen und drittens häuft man somit nur ein Vermögen an, welches dem Treuhänder zusteht.
  12. Geschäftsführertätigkeit ist nicht mehr möglich.
  13. Einschränkungen bei der Selbständigkeit (Schuldnerberatung für Selbständige) – wenn man beim Finanzamt Schulden hat, wird eine erneute Selbständigkeit meist nicht gestattet. Nur mit einer wirklich guten oder außergewöhnlichen Geschäftsidee.
  14. Es entstehen immer zusätzliche Kosten durch das Gericht und den Insolvenzverwalter/ Treuhänder.
  15. Im Anschluss an das Insolvenzverfahren folgt eine fünfjährige Wohlverhaltensphase, in der man zahlreichen Einschränkungen unterlegen ist.
  16. Ratenkäufe sind nicht gern gesehen, vor allem beim Treuhänder. Vor allem wenn es sich um eher unnötige Dinge handelt wie beispielsweise ein neues Auto oder Unterhaltungselektronik. Anders sieht der Fall aus, wenn man eine neue Waschmaschine kaufen muss.
  17. Auch Vertragsschlüsse sind eher weniger gut angesehen. Prepaid-Verträge sind davon ausgeschlossen aber Verträge mit monatlichen Abbuchungen gehören zum Beispiel dazu. Ausnahmen sind auch hier jederzeit möglich, wenn es sich um einen wirklich notwendigen und sinnvollen Vertrag handelt (Strom, Gas etc.).
  18. Es herrscht ständige Rechenschaftspflicht gegenüber dem Treuhänder. Hierzu gehören: Auskunfts- und Mitwirkungspflicht sowie die Erwerbsobliegenheit. Diese Pflichten sind absolute Voraussetzung (Privatinsolvenz Voraussetzungen), um die Restschuldbefreiung am Ende der Privatinsolvenz zu erreichen.
  19. Bestellungen von Konsumwaren sind eher schwierig, wenn die Schufa vom jeweiligen Versanddienstleister im Vorhinein eingesehen wird. Bestellungen sollten generell eher gemieden werden, weil stets eine Erklärung gegenüber dem Gläubiger abgegeben werden muss.
  20. Abschließend ist über das ganze Verfahren hinweg eine Offenlegung sämtlicher Finanzen und vertraulicher persönlicher Informationen gefordert.



Fazit

Alles was eine Insolvenz angeht, egal ob beruflich oder privat, sollte immer mit einer fachkundigen Person besprochen werden.

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